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Schlechte Zahlungsmoral in Asien

14.06.2016 – tajmahal_pixelioDie Zahlungsmoral in Asien lässt auch weiterhin zu wünschen übrig. So haben sieben von zehn Unternehmen (69,8 Prozent) bereits entsprechende Zahlungsverzögerungen im vergangenen Jahr hinnehmen müssen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies keinerlei Verbesserung (69,9 Prozent), konstatiert der Kreditversicherer Coface. Am schlechtesten schnitt dabei Thailand ab: 96,6 Prozent berichten hier von Verzögerungen.

Auch in Indien (84 Prozent), Singapur (80,7 Prozent) und China (80,6 Prozent) ist die Zahlungsmoral laut Coface schwach ausgeprägt oder die Zahlungsfähigkeit angeschlagen. Als Hauptgründe gaben die befragten Unternehmen vor allem finanzielle Probleme ihrer Kunden (52 Prozent) an.

Weitere Gründe für die schwächelnde Zahlungsmoral sieht der Kreditversicherer laut Umfrage im zunehmenden Druck auf die Gewinne aufgrund des harten Wettbewerbs (35,6 Prozent) sowie schwierige Finanzierungsmöglichkeiten (26,4 Prozent). Weniger Probleme haben Unternehmen in Japan (45,4 Prozent mit Zahlungsverzögerungen) und Taiwan (48,6 Prozent).

Viel alarmierender ist nach Aussage von Coface der Anstieg der sehr hohen und lange überzogenen Außenstände in Indien (32 Prozent zu 24,1 Prozent im Jahr zuvor), China (33,4 Prozent zu 29,9 Prozent) und Singapur (35,2 Prozent zu 23,3 Prozent). Gleichzeitig habe sich die Situation in Hongkong (23,9 Prozent zu 32,9 Prozent), Taiwan (10,2 Prozent zu 15,1 Prozent) und Thailand (7,0 Prozent zu 24,1 Prozent) verbessert.

“Die Unternehmen in Asien haben deutlichen finanziellen Stress aufgrund der Zahlungsverzögerungen. Dies kommt zum Druck auf die Margen als Folge der Überkapazitäten und nachlassenden Nachfrage und dem härter gewordenen Wettbewerb hinzu. Auch 2016 dürfte sich die Zahlungssituation kaum verbessern”, erwartet Jackit Wong, Economist für Asien-Pazifik bei Coface.

Die am stärksten betroffene Branche ist laut Coface demnach das Bauwesen: Hier gab es die meisten Unternehmen mit sehr langen und hohen verzögerten Außenständen. Auch die durchschnittliche Überziehung um mehr als 90 Tage sowie die Summen der ausstehenden Forderungen sind laut Coface angestiegen

Die Unternehmen aus den Branchen Industriemaschinen und Elektronik litten zudem am stärksten unter Zahlungsproblemen. 78 Prozent gaben das an. Im Vorjahr waren es hingegen noch 70 Prozent. Die Branchen Automobil und Transport erlebten 2015 eine deutliche Verschlechterung im Zahlungsverhalten gegenüber dem Jahr zuvor. Mehr Unternehmen verbuchten gestiegene Forderungsvolumen (35 Prozent zu 31 Prozent) und besonders lange Überziehungen (23 Prozent zu 14 Prozent). (vwh/td)

Bild: Taj Mahal (Quelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

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