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Schiffsschäden sind weiter gesunken

22.03.2016 – Schiff_GDVDie Schäden in der Seeschifffahrt war im vergangenen Jahr weiter rückläufig. Mit insgesamt 45 Totalverlusten waren das Jahr 2015 das sicherste Jahr für die internationale Schifffahrt seit zehn Jahren. Dies geht aus einer aktuellen Studie der AGCS hervor. Demnach sank die Zahl der Großschäden seit 2006 um 45 Prozent. Die Gründe liegen laut Versicherer in einem verbesserten Sicherheitsniveau und der Selbstregulierung der Branche.

Allerdings gebe es weiterhin Unterschiede nach Region und Schiffstyp, so die AGCS weiter. Demnach ereigneten sich laut Studie 2015 mit 22 Schiffsverlusten mehr als ein Viertel aller Schäden in den Meeren Südchinas, Indochinas, Indonesiens und der Philippinen. Im Unterschied zu anderen Regionen stieg die Zahl der Schäden in Vergleich zum Vorjahr in diesen Gewässern noch an.

Insgesamt vielen über 60 Prozent aller Schiffsverluste weltweit auf Fracht- und Fischereischiffe, wobei die Schäden bei den Frachtschiffen laut AGCS erstmals seit drei Jahren wieder zugenommen haben. Dabei sind Dreiviertel aller Totalschäden auf einen Schiffsuntergang – meist in Folge von Unwettern – zurückzuführen.

Zudem wurden 2015 einschließlich Totalverlusten insgesamt 2.687 Schiffsunglücke gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von vier Prozent. Dabei ereignen sich diese Unglücke laut AGCS an allen Tagen der Woche – besonders häufig jedoch an einem Donnerstag. Gleichzeitig sind Samstage hingegen am wenigsten unglücksträchtig. Unfall-Hotspots sind laut AGCS das östliche Mittelmeer und das Schwarze Meer. Gleichzeitig wurden 2015 über 70 Schiffsunglücke in den Gewässern des Polarkreises gemeldet. Dies entspricht im Jahresvergleich einem Anstieg um 30 Prozent – dem höchsten in diesem Jahrzehnt.

Trotz eines langfristigen Rückgangs bei den Schiffsverlusten drohen dem bislang erreichten Sicherheitsniveau laut AGCS andere Gefahren. Demnach üben die schwache Konjunktur, die niedrigen Rohstoffpreise und ein Überangebot an Schiffen laut Versicherer einen erheblichen Druck auf die internationale Seeschifffahrt aus – mit entsprechenden Folgen für die Sicherheit.

“Die schwache wirtschaftliche Entwicklung weltweit zieht auch die Schifffahrt in Mitleidenschaft – und das wirkt sich negativ auf die Sicherheit aus”, sagt Kapitän Rahul Khanna, Global Head of Marine Risk Consulting, AGCS. “Viele Sparten, wie Fracht, Container und Offshore, sind bereits gefährdet und jede weitere Verschlechterung der Sicherheitsstandards gäbe Anlass zur Sorge”, ergänzt der Experte.

Auch die neuen Megaschiffe bereiten den Experten der AGCS offensichtlich Kopfzerbrechen: Allein im Februar 2016 liefen mit der “CSCL Indian Ocean” und der “APL Vanda” gleich zwei Ozeanriesen auf Grund. Das Problem: spezialisierte Bergungsunternehmen seien oftmals nicht schnell und einfach genug verfügbar. Demnach müsse sich die Branche laut Versicherer künftig auf Schadenszenarien jenseits einer Grenze von einer Mrd. US-Dollar einstellen.

Zudem erhöht die zunehmende Automatisierung, die elektronische Navigation, sowie die digitale Vernetzung der Schifffahrt auch das Risiko von Cyberangriffen, deren Folgen über den reinen Datenverlust hinausgehen. “Piraten nutzen bereits Sicherheitslücken aus, um den Diebstahl bestimmter Ladungen in die Wege zu leiten”, erklärt Kapitän Andrew Kinsey, Senior Marine Risk Consultant, AGCS. “Cybergefahren für die Schifffahrt können nicht hoch genug bewertet werden. Einzig den Sextanten an Bord kann man nicht hacken.”

So konnte 2015 erstmals seit sechs Jahren kein Rückgang der Piraterie verbucht werden. Dabei machen die Piratenangriffe in Südostasien etwa 60 Prozent aller Vorfälle aus. In Vietnam nahm die Zahl der gemeldeten Fälle sogar noch zu. (vwh/td)

Bildquelle: GDV

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