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Schifffahrt 4.0: Herausforderung für Transportversicherer

14.09.2015 – Schiff_GDV“Verkehrs- und Hafenlogistik wie auch das Just-in-Time Versand stehen vor großen Veränderungen. Transportversicherern eröffnen sich hier neue Möglichkeiten für innovative und intelligente Angebote”, sagt IUMI-Präsident Dieter Berg, bei der Munich Re für die Entwicklung des Transportgeschäfts verantwortlich.

Im Vorfeld der IUMI-Konferenz, die bis Mittwoch in Berlin läuft, erklärte Dieter Berg: “Wir Transportversicherer müssen sicherstellen, dass wir die aufkommenden Risiken erkennen und Produkte angemessene Deckungen anbieten, die aktuellen Trends gerecht werden.” Vor allem die Gefahren der hochvernetzten IT adressiert Berg.

Telematische Systeme an Bord werden in Zukunft dafür sorgen, dass Schiffe und sogar Container bereits mit dem Hafen über die weitere Verladung kommunizieren – bevor das Schiff angelegt hat. Das Google-Auto der Seeschifffahrt wird schon getestet.

Ob Containerriese oder Luxuskreuzfahrer: Die Stahlkolosse auf den Weltmeeren werden immer größer, effizienter – und teurer. Eine einzige Havarie kann heute locker eine Milliarde Euro kosten. Zudem drohen neue Risiken durch Piraten oder Cyberattacken. Die Seefahrt wird für die Versicherer zunehmend unkalkulierbar.

“Wir wollen die Reeder unterstützen, nicht nur mahnend den Finger heben”, sagt Berg. “Wir müssen das Risk Management gemeinsam machen und Gefahren schon im Vorfeld minimieren, etwa beim Brandschutz. Wir haben ein gemeinsames Interesse, dass Schäden gar nicht erst entstehen.”

Was den Versicherern langfristig vorschwebt, ist eine Art Schifffahrt 4.0: Der Inhalt jedes Containers wird elektronisch erfasst, die Information an Reeder, Spediteure, Versicherer und Behörden weitergeleitet. Jedes Assekuranzunternehmen wüsste dann, für welchen Anteil der Ladung es aufkommen muss, falls ein Schiff havariert. “Es ist eine große Herausforderung, die gigantischen Datenmengen zu verarbeiten, aber auch eine große Chance, die unsere Industrie ganz gewaltig voranbringen kann”, sagt Berg.

So wird er auch zum Abschluss der internationalen Konferenz eine Diskussion führen mit dem Thema “Digitalisation and Cyber Threat in the Maritime Industry.”

Ein 60 Meter langer Containerfrachter, angetrieben von einem Elektromotor – und gänzlich ohne Besatzung – wird aktuell schon in Norwegen getestet, berichtet der GDC. Die “Revolt” könnte das Google-Auto der Seeschifffahrt werden. (vwh/ku)

Bildquelle: GDV

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