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Run-Off wird für Versicherer immer wichtiger

15.04.2016 – martin_ehling_unistgallenDer Run-off gewinnt für Versicherer im deutschsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung. Demnach sind die Bestände seit 2012 um 29 Prozent auf 133,5 Mrd. Euro gestiegen. Etwa ein Drittel aller Versicherer (30,2 Prozent) baut aktiv ab. Gleichzeitig besitzt über die Hälfte aller Versicherer einen Run-off. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Universität St. Gallen.

Demnach verfügen 52,9 Prozent aller teilnehmenden Versicherer mittlerweile über einen Run-off. 2012 waren es laut Studie noch 41,7 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil von Run-off-Beständen bei den Rückversicherern noch wesentlich höher. Hier beträgt der Anteil mittlerweile 71,4 Prozent (2012: 60,7 Prozent). “Obwohl die Thematik bei Rückversicherern noch ausgeprägter ist als bei Erstversicherern, beobachten wir ein zunehmendes Interesse auch seitens national agierender Erstversicherer und bei kleineren Versicherern”, sagt Martin Eling, Autor der Studie und Direktor am Institut für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen.

Bei der aktiven Reduzierung der Run-off-Bestände gebe es jedoch Unterschiede zwischen den Gesellschaftsarten und den Ländern, ergänzt Eling: “Zurzeit reduzieren besonders Schweizer und Luxemburger Versicherer Run-off-Bestände aktiv. Die Studie zeigt aber auch, dass deutsche Versicherer im Management von Run-off aufholen.” Besonders aktiv seien vor allem die Aktiengesellschaften.

Für die Zukunft prognostizieren die Studienteilnehmer eine weitere Zunahme der Run-off-Aktivitäten. Einen Hauptgrund sehen die Studienautoren vor allem in der Unsicherheit über die künftige Schadenentwicklung. Weitere wichtige Anreize seien zudem zusätzliches Kapital und sinkende Kosten.

“Die Geschwindigkeit und die Dynamik des Marktwachstums haben unsere Erwartungen übertroffen. Die vermehrten Run-off-Aktivitäten haben ihren Ursprung in der wirtschaftlichen und strategischen Notwendigkeit zur Konsolidierung und in den strengeren Regulierungen. Das macht Solvency II zu einem wichtigen Treiber für Run-off. Wir erwarten, dass die Summe aller Deals 2016 den Rekordwert von vier Mrd. Euro erreicht”, ergänzt Arndt Gossmann, Vorstandsvorsitzender der Darag. (vwh/td)

Die Studie wird erneut am Mittwoch, 20. April, 13.30 Uhr, in der Wolkenburg in Köln vorgestellt.

Bild: Martin Eling, Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft der Uni St. Gallen (Quelle: redRobin)

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