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Rückversicherungen werden in Deutschland verstärkt nachgefragt

04.11.2013 – Michael PickelE+S-Vorstand Michael Pickel rechnet in Deutschland mit einer erhöhten Nachfrage nach Rückversicherungen. Die neue Ausgabe der Zeitschrift Versicherungswirtschaft zieht Bilanz über den diesjährigen Branchentreff der Rückersicherer in Baden-Baden. Besonders diskutierten die Teilnehmer dort über die Dimensionen der Hagelschäden.

Der Hagelschlag „Andreas” traf die Rückerversicherungen überraschend. „Wir haben über Hagel noch nie so nachgedacht”, berichtete Pickel in Baden-Baden. Der Deutschlandchef der Swiss Re, Frank Reichelt, die bundesweit 1,1 Mrd. US-Dollar Nettoprämie zeichnet, verdeutlichte den an vielen Häuern entstandenen Schaden. „Wärmedämmung macht die Häuser viel empfindlicher”, erklärte er. „Die Wände müssen nach einem Hagelschlag komplett erneuert werden.” Für die Rückversicherer ist es enorm schwer, die Hagelgefahr vorherzusagen. Vor dem Hintergrund der Modell-Unsicherheit kündigten die Rückversicherer fast unisono steigende Raten an. Auch das Hochwasser wird sich in der Erneuerung zum 1. Januar 2014 wiederspiegeln.

In ihrem Verlangen nach höheren Preisen werden die Rückversicherer durch die Überkapazitäten auf dem Markt gebremst. Nach Berechnungen von Standard & Poor`s verfügen die 40 größten Rückversicherer über Eigenmittel in Höhe von 388 Mrd. US-Dollar. Damit zeichneten sie 185 Mrd. US-Dollar Prämie. Dazu kommt eine große Menge an alternativem Kapital. Aon Benfield rechnet, dass derzeit 510 Mrd. US-Dollar an Kapazitäten vorhanden sind. In den nächsten fünf Jahren werden der Einschätzung nach 100 Mrd. US-Dollar weiter in den Markt fließen. Jetzt verfolgen auch deutsche Erstversicherer Pläne für Verbriefungen. Multinationale Versicherungskonzerne sind diesen Weg schon gegangen. Swiss Re-Deutschland-Chef Reichelt glaubt allerdings nicht, dass das Gros der mittelständischen Versicherer diese Richtung einschlägt.

Insgesamt wird 2013 wohl ein ausgesprochen gutes Schadenjahr. Im ersten Halbjahr gab es nicht einen einzigen Rückversicherer mit einer Schaden-Kosten-Quote von mehr als 100 Prozent, was auch mit den geringen Schäden im Rest der Welt zusammenhängt. Jan-Oliver Thofern, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Aon Benfield, ist überzeugt, dass es bei nicht schadenbelasteten Portfolios zu Preisreduktionen kommen wird.

Foto: Michael Pickel, Vorstand der E+S Rück (Quelle: Hannover Rück)

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