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Rückversicherer tragen Hälfte der Fort McMurray-Kosten

18.05.2016 – Feuer_Brand_saichta_pixelioDas Katastrophen-Modellierungssoftware-Unternehmen Air Worldwide Corporation schätzt die versicherten Schäden der Waldbrände im kanadischen Fort McMurray auf zwischen 3,4 Mrd. bis 6,9 Mrd. US-Dollar. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Rückversicherer. Für die Waldbrände sehen Klimaforscher einen Zusammenhang mit der Erderwärmung – doch Zweifel bleiben, die Anzahl der Waldbrände in Kanada sinkt.

Air Worldwide bestätigt damit erste Schätzungen zahlreicher Experten und des Verbands der privaten Eigentums- und Unfallversicherungen Kanadas, Insurance Bureau of Canada (IBC), wonach das Feuer von Fort McMurray die größte Naturkatastrophe Kanadas sei.

Auch Fitch Ratings und die Bank of Montreal rechnen mit einem Schaden von bis zu neun Mrd. kanadische Dollar, was 6,9 Mrd. US-Dollar entspricht, berichtete VWheute. Darin sind sowohl die Kosten für die Erstversicherer als auch für die Rückversicherer eingepreist. S&P schätzt, dass etwa die Hälfte der Kosten die Rückversicherungsbranche tragen müsse.

Noch gibt es keinen Überblick über die Zahl der zerstörten oder unbewohnbaren Häuser. Die betroffene Fläche ist in etwa doppelt so groß wie Berlin. Rund 110.000 Menschen wurden evakuiert. Die Schätzungen der Versicherer enthalten vor allem die Verluste an Häusern, Eigentum und die Kosten für die Unterbringung der geflohenen Menschen – nicht aber die Verluste der Ölsandindustrie, die ihre Produktion von täglich 2,4 Millionen Barrel Rohöl um etwa eine Million Barrel zurückfahren musste. Die Royal Bank of Canada schätzt, dass die Einbußen der Ölindustrie das Wachstum von Kanadas Bruttoinlandsprodukt im Mai um mindestens einen halben Prozentpunkt verringern wird.

Die Debatte über die möglichen Ursachen geht unterdessen weiter. Zahlreiche Medien, darunter die New York Times und BBC, machen unter Berufung auf Wissenschaftler den Klimawandel für die verheerenden Waldbrände verantwortlich. Auch der oberste Risikoforscher der Münchener Rück, Peter Höppe, sagte, die Häufung von Hitzephasen und das steigende Waldbrand-Risiko in Kanada hingen nach aktuellen Studien “höchstwahrscheinlich” mit dem Klimawandel zusammen.

Der Diplom-Geologe Axel Bojanowski widerspricht: “Hauptschuldiger ist vielmehr ein Tiefdruckgebiet, das für die Frühlingszeit ungewöhnlich weit nördlich lag. Das Wetter hatte eine Ursache: Der Klimaschurke El Niño war aufgezogen, seine pazifische Warmwasserflut ändert die Witterung auf der halben Welt. Kanada bringt er gewöhnlich Wärme und Trockenheit. So auch in diesem Jahr. Ob der Klimawandel El Niño befördert, ist unklar.” Laut der kanadischen Waldbrandstatistik gibt es weniger Waldbrände als in den Neunzigerjahren, es verbrannte in den vergangenen Jahren allerdings etwas mehr Fläche. (dg)

Bildquelle: saichta / pixelio.de

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