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Rückversicherer stehen vor der Neuausrichtung

07.09.2015 – stefan-materne-150Mit dem Rendevous de Septembre beginnt am kommenden Wochenende der jährliche Dreisprung, der mit Zwischenstation in Baden-Baden in der so genannten Erneuerungsrunde künftiger Prämiengestaltung endet. Dennoch stehen die tragenden Größen der globalen Risikowelt vor der Herausforderung, ihr lange monopolisiertes Geschäftsmodell gegenüber den erstarkten Erstversicherern und Industriekonzernen neu auszurichten.

Das eigentliche Problem der Rückversicherer bringt der Versicherungswissenschaftler Stefan Materne in der Versicherungswirtschaft auf den Punkt: “Auf den ersten Blick stechen natürlich deren sehr gute Ergebnisse in den letzten Jahren ins Auge. Andererseits ergibt sich auf den Bilanzpressekonferenzen bisweilen die etwas bizarre Situation, dass zunächst der hohe Bilanzgewinn desletzten Jahres verkündet wird, und anschließend die aktuelle Situation als ‘schwierig’ bezeichnet wird, und ein starker Druck auf Prämien und Vertragsbedingungen konstatiert wird.”

So liege der Verdacht nahe, dass die Ergebnisse vor allem ein Abbild der geringen Schadenereignisse sind. Die Rückversicherer stehen also vor einer Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. “Er müsste einen Unique Selling Proposition (USP) schaffen, eine Nische für sich erobern, in denen er eine Klientel nahezu exklusiv bedienen und dort auch die angemessenen Preise durchsetzen kann”, erklärt Materne. Dabei liegen die geografischen Wachstumsregionen vor allem in Südamerika und Asien. Ein potenzieller Ansatz: der Klimawandel. Denn 400 Mio. zu versichernde Menschen sind für die Rückversicherer zwar eine enorme Herausforderung – bergen allerdings auch ein enormes Potenzial (siehe DOSSIER). (vwh/td)

Bild: Stefan Materne ist Leiter des Lehrstuhls für Rückversicherung am Institut für Versicherungswesen der Technischen Hochschule Köln. (Quelle: FH-Köln)

bestellen_vwhExpert: “Im Bereich der Rückversicherung gibt es keinen Kopierschutz”, Empfehlungen für einen effizienteren Online-Auftritt unabhängiger Vermittler, in VW, 9/15 (Einzelbeitrag 3,81 Euro)

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