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Rückversicherer pochen auf adäquate Preise

20.10.2015 – kurhaus_bad_pixelioMit sehr unterschiedlichen Strategien gehen die Rückversicherer in Baden-Baden vor. Ihr Problem: In vielen Sparten gibt es auf der Schadenseite Diskussionsbedarf. Doch die marktbeherrschenden Player sehen sich durch einen schwierigen Markt gefordert. Über Probleme in der Feuerversicherung, die Wohngebäudeversicherung und die sich häufenden Mittelschäden im Nat-Cat-Bereich sprechen derzeit die Rückversicherer mit ihren Kunden.

Knapp 3.000 Rückversicherungsmanager sind in den badischen Kurort gereist, um die Konditionen für das kommende Jahr auszuhandeln. Geprägt sind die Gespräche von der enormen Überkapazität auf den Rückversicherungsmärkten.

“Wir haben Überkapazitäten”, sagt Oliver Thofern, Chef von Aon Benfield. “Es sollte attraktive Produkte und attraktive Preise geben.” Seiner Ansicht nach besteht das Problem nicht so sehr in dem Überfluss an Kapazität, als an der Innovationsfreude der Versicherer.

“Die neue Gefahr kommt nicht so sehr vom Feuer als von Cyberattacken”, sagt Ludger Arnoldussen, Deutschland-Chef der Munich Re. Die Münchener bauen derzeit Know-how im digitalen Bereich auf. “Wir müssen näher an diese Technologien ran.” Wie in den vergangenen Jahren sind die Münchener auch bei den jetzigen Verhandlungen in Baden-Baden nicht bereit, in den Preisen nachzugeben. “Wir bieten den Kunden weniger Kapazität, wenn die Preise zurückgehen”, sagt der Munich-Re-Manager. 1,1 Mrd. Euro Prämie zeichneten die Münchener im vergangenen Jahr. In früheren Jahren waren es noch 1,4 Mrd. Euro gewesen.

“Die Rückversicherer kommen an die Grenzen dessen, was sie geben können”, sagt Frank Reichelt, Deutschland-Chef der Swiss Re. Die Schweizer zeichnen 1,4 Mrd. US-Dollar Prämie in Deutschland, Tendenz steigend. “Es ist trügerisch zu glauben, da ist viel Marge drin”, argumentiert Reichelt. Allerdings hatte die Swiss Re im ersten Halbjahr mit einer Schaden-Kosten-Quote von 88,7 Prozent erneut einen sehr guten Schadenverlauf. Diskussionsbedarf sieht Reichelt in der Feuerversicherung und in Wohngebäude. “Wir können uns nicht zurücklehnen”, sagt der Swiss-Re-Manager.

Ähnlich schätzt man die Lage bei der E+S ein, die in Deutschland 1,1 Mrd. Euro Prämie zeichnet. Sinkende Raten erwarten die Hannoveraner nur in der proportionalen Kraftfahrt-Haftpflicht. In Kfz-Kasko, in der Sachversicherung, Feuer und auch in der Haftpflichtversicherung drängen sie auf steigende Raten. Grund: Die Feuerschäden haben ein enorm hohes Niveau erreicht und auch auf der Nat-Cat-Seite gibt es keine wirkliche Erholung.

Die fünf Stürme in diesem Jahr haben einen Schaden von ein bis zwei Mrd. Euro angerichtet, berichten sie. Deshalb gehen sie fordernd in die Verhandlungen. “Ich habe von keinem Versicherer gehört, dass er den Selbstbehalt erhöhen will”, sagt E+S-Vorstand Michael Pickel. (ba)

Bild: Kurhaus Baden-Baden (Quelle: H.D.Volz / pixelio.de)

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