Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Rückversicherer: Konformität als systemisches Risiko

06.10.2014 – Risiko_lichtkunst.73_pixelioEine erneute Finanzkrise ist nicht auszuschließen. Auch im Rückversicherungsmarkt benötigen Marktteilnehmer Frühwarnsysteme, da die Konzentration von Exposures bei wenigen liege, so die These von Michel Dacorogna, Chef-Risikoberater bei Scor. Überambitionierte Gewinnziele, so seine allgemeine Feststellung, korrelierten mit entsprechender Volatilität und Risiko.

“Ein verdoppelter Gewinn kann mit einer 40fachen Ruinwahrscheinlichkeit einhergehen”, rechnete Michel Dacorogna bei der Scor-Konferenz in Paris vor. Sein Vorgesetzter CEO Denis Kessler hatte die Analogie von Rückversicherungs- und Kapitalmarktwelt hergestellt: “Das Äquivalent der LMX Spirale – Großchäden, die immer wieder aufs neue via Retrodeckungen im Londoner Markt zirkulierten und sich weiter aufbauten – waren bei der jüngsten Finanzmarktkrise die mehrfach geschichteten Verbriefungen von US-Hypothekenportfolios (CDO squared/cubed).”

Auch die Tatsache, dass in den letzten Jahrzehnten die Marktzutrittschwellen für neue Rückversicherer sanken, sieht Kessler nicht unkritisch: “Es gibt Start-up Ratings sowie Buchhaltungs- und Risikoeinschätzungssoftwares von der Stange. Im konformen Anwenden solcher Ansätze könnte das eigentliche systemische Risiko der Branche liegen.”

Jede extreme Positionierung eines Risikoträgers bedeutet laut Kessler ein unakzeptabel hohes Ruinrisiko. Dennoch gestatte die Diversifikation in nicht korrelierende Bereich eine bessere Nutzung vorhandenen Eigenkapitals. Allerdings schränkte er ein: “Wir befinden uns derzeit am Anfang eines Super Soft Cycle.” (cpt)

Bildquelle: lichtkunst 73/ pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten