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Rückversicherer: Diversifikation kein Allheilmittel

02.09.2014 – Wegen des Preiswettbewerbs im traditionellen Naturkatastrophengeschäft expandieren die Rückversicherer in Nischenmärkten. Aber auch diese Strategie birgt Risiken, warnt die Rating-Agentur Standard & Poor’s.

Unter dem Preisverfall auf den Nat-Cat-Märkten leiden vor allem die auf das Kurzzeit-Geschäft fokussierten Rückversicherer aus den Bermudas und London, schreibt die Rating-Agentur Standard & Poor’s. In dem jetzt veröffentlichten Bericht „Global Reinsurers‘ Appetite For Catastrophe Risk Remains Largely In Check“ weisen sie darauf hin, dass die großen und wirklich global aufgestellten Rückversicherer besser auf den Preisverfall reagieren können als die kleineren Player.

Viele Rückversicherer schichten ihr Geschäft um in Sparten, die nicht von dem Katastrophengeschäft betroffen sind. Das wird für die kleineren Rückversicherer schwierig sein, warnt S&P. Denn auch in anderen Sparten beginnen die Preise zu erodieren. „Diversifikation ist kein Allheilmittel“, heißt es in dem Bericht, „vor allem jetzt, wo die Raten fast überall auf der Welt nach unten gehen.“
Sollte bis zum Jahresende noch ein Zehnjahresschaden eintreten, könnte das den gesamten Jahresgewinn der Rückversicherer auffressen. Allerdings verlief das Jahr 2014 auf der Naturkatastrophenseite vergleichsweise glimpflich.

Trotz der starken Konkurrenz auf den Märkten bescheinigt S&P dem Rückversicherungsmarkt weiterhin ein diszipliniertes Underwriting. Zudem profitieren die Rückversicherer von dem noch viel schärferen Preisverfall in der Retrozession. Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard hatte im August seine Bestürzung über das Marktverhalten geäußert. S&P sieht Gefahren vor allem darin, dass die Rückversicherer jetzt in Weltgegenden expandieren, in denen die Schäden aus Naturgefahren kaum abgeschätzt werden können. (ba)

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