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Roland Berger: Banken nehmen bei Kreditvergabe zu hohe Risiken in Kauf

02.08.2016 – Roland_Berger_150Bei einer guten konjunkturellen Lage sind Banken gerne großzügig in ihrer Kreditvergabe. Folgt später auf den wirtschaftlichen Abschwung der Katzenjammer wenn Kredite unter Druck geraten, sind die Institute auf mögliche Zahlungsausfälle häufig nicht oder nur unzureichend vorbereitet und abgesichert. Zu diesem Ergebnis kommt einen neue Studie der Münchener Unternehmensberatungsgesellschaft Roland Berger.

Auch wenn sich die Lage an den Finanzmärkten, resp. auf dem Bankensektor seit der großen Subprime-Krise von 2008 und in deren Gefolge die europäische Bankenkrise im Jahr 2010, wieder entspannt hat, zeigen einige Indikatoren heute doch wieder in Richtung Krise. Stichwort Niedrigzinsumfeld und Konsumfreude mit besonderem Blick auf Deutschland. In Kombination mit wachsenden Kreditvolumina die stärker zulegen als das Bruttoinlandsprodukt erwächst der Branche eine Risikomelange, die entsprechend gemanaged werden muss, so die jüngste Roland Berger-Studie mit dem Titel: “Better safe than sorry”.

Demnach wächst das Kreditvolumen derzeit stärker als das BIP, sowohl in Deutschland als auch in den Emerging Markets: 2015 lag das Kreditvolumen deutscher Banken bei 80,6 Prozent vom BIP, so die Studie. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Emerging Markets: Dort wuchs der Anteil ausgegebener Kredite am BIP von 77 Prozent in 2007 auf 128 Prozent im Jahr 2015. Entsprechend nahmen auch die Risiken zu.

Zur besser Absicherung der Kreditrisiken empfiehlt Berger nun einen Sechs-Punkte-Plan:

  1. Erstellen einer Liste von Risikoindikatoren
  2. Abgleich der Liste mit Bonitätsdatenbanken, externe Informationen
  3. Bewertung jedes einzelnen Risikoindikators
  4. Quantitative Analyse
  5. Automatisierung der Bewertungsprozesse mittels eigener IT-Systeme
  6. Regelmäßige Überprüfung von Prozessen und Systemen um Indikatoren permanent zu aktualisieren

Ein komplex-kompliziertes Verfahren, das sagt die Roland Berger-Studie selbst, welches zwischen acht und zwölf Wochen in Anspruch nehmen kann, allerdings, “der Aufwand lohnt sich, denn er ermöglicht den Banken, vor der Kreditvergabe genauer zu wissen, mit welchem Schuldner sie es zu tun haben”, so Markus Strietzel, Partner von Roland Berger. “Spätestens wenn die nächste Bankenkrise droht, zahlt sich diese Mühe auf jeden Fall aus.” Better save than sorry eben. (vwh/ak)

Link: Hier geht es zur vollständigen Studie in englischer Sprache, 16 Seiten, PDF 549,59 KB, Download

Bild: Roland Berger, Gründer der Roland Berger Beratungsgesellschaft in München. (Quelle: Alexander Kaspar)

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