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Robo-Advisor kann besser mit Geld umgehen

20.12.2016 – denkender Roboter_Dieter SchuetzDer Finanzanlagevermittler könnte schon morgen Geschichte sein. Der Grund: Die Robo-Advisor sind auf dem Vormarsch, auch Online-Wealth-Management-Services genannt, die anhand von Algorithmen das beste Angebot für den Kunden heraussuchen – ohne menschliche Schwächen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Finanztest hat 18 mechanische Helfer geprüft.

Robo ist nicht gleich Robo, nach einzelnen Kategorien muss unterschieden werden: Die Kernfrage ist, wie viel Kontrolle über seine Geldanlage der Anleger abgeben möchte. Ein Full-Service-Advisor übernimmt die Vermögensverwaltung vollständig – und wird dabei von der Bafin überwacht. Beim Half-Service-Advisor erhält der Kunde Vorschläge für Anlageprodukte und wird bei Änderungen am Depot befragt; der Half-Service-Avisor ist meist als Finanzanlagevermittler zugelassen. Alleinige Kontrolle über seine Finanzen behält der Kunde einzig bei der Self-Service-Advisor, der Robo sendet lediglich Vorschläge für die Geldanlage zu.

Die Vorteile der Roboter liegen auf der Hand: Das Finanzprodukt wird ausschließlich anhand von Algorithmen bewertet, Provisionsgedanken oder Markttrends spielen keine Rolle. Soweit die Theorie. Der Markttest offenbart, dass nicht wenige der Roboter die Fonds der eigenen Gesellschaft bevorzugt anbieten, mögliche Provisionen werden nicht immer offen gelegt. Mögliche Interessenskonflikte Finanztest bei fünf der sechs geprüften Self-Service-Robo-Advisoren aufgedeckt.

Nicht für jeden

Anlegern ohne Erfahrung in der Geldanlage rät Finanztest von computergestützten Angeboten ab. Ein unerfahrener Nutzer könne das Risiko einer Anlage nicht bewerten, die meistens in gemischte Portfolios erfolgt und sehr gerne ETFs enthält. Wichtig sei auch, die Ergebnisse der Vergangenheit nicht als Indikator für zukünftige Entwicklungen zu missdeuten.

Die Kosten für die Robo-Advisor sind ebenfalls ein entscheidender Bewertungsmaßstab: Zwischen 0,4 und 1,2 Prozent des Depotwertes fallen an – hinzukommen 0,2 bis 0,4 Prozent fondsinterne Kosten pro Jahr. Die Robos sind günstiger als menschliche Vermittler, allerdings müssen die Maschinen meist nicht haften. Beachtenswert ist, dass die Betreuung kleinerer Summen oft teurer ist als die größerer Vermögen.

Den Geschäftspartnern aus Bits und Bytes kann schnell gekündigt werden, auch hier lohnt ein Blick in den Vertrag, damit keine unangenehmen Überraschungen drohen.

And the winner is…

Den Erfolg der Anlagestrategie der verschiedenen Roboter konnte Finanztest nicht bewerten, sehr wohl aber die Plausibilität der Vorschläge. Bei den Full-Service-Robo-Advisorn überzeugen Liqid und Quirion aufgrund geringer Kosten und guter Anlagevorschläge. Als stärkster Half-Service-Robo präsentierte sich Ginmon. JustETF und Moneyfilter haben bei den Self-Service-Robotern die Nase vorn.

Wie stark Robo-Advisor die Versicherungsbranche künftig beeinflussen, lesen Sie im BLICK. Außerdem finden Sie dort weiterführende Informationen zu Robo-Advisorn. (vwh/mv)

Bild: Roboter denkt über Kapitalanlage nach (Quelle: Dieter Schütz / pixelio.de)

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