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Riskanter Zeitumstellung droht das Aus

01.07.2015 – zeituhr_pixelioEs wird an der Uhr gedreht: In der Nacht zum 1. Juli wird zum 26. Mal eine Schaltsekunde in die Weltzeit eingefügt. Die Umstellung birgt Risiken. Computersysteme sind in Gefahr. Einige Staaten möchten künftig auf die Schaltsekunde verzichten.

Die Erddrehung wird immer langsamer und hinkt den präzisen Atomuhren hinterher. Damit sich die Ortszeit von der Koordinierten Weltzeit (UTC) nicht unterscheidet, werden Schaltsekunden vom Internationalen Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme (IERS)  seit 1972 alle drei Jahre eingefügt.

Die Umstellung bereitet jedoch vielen Computern Probleme, da fast jede Software mit einer integrierten Zeitangabe laufe. An Silvester 2008 hängten sich einige Linux-Server komplett auf, bei der Schaltsekunde 2012 wurden mehrere Websites lahmgelegt, das Buchungssystem der australischen Fluggesellschaft Qantas fiel zeitweise aus.

Firmen klagen über Mehrkosten und sicherheitsrelevante Systeme drohen auszufallen, denn Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen sind auf eine sekundengenaue Abrechnung angewiesen. Bei der Flugsicherung, im Geldhandel sowie der Navigation von Satelliten wird ebenfalls mit Millisekunden gearbeitet.

Vor diesem Hintergrund regt sich seit Jahren Widerstand gegen die Schaltsekunde. Frankreich und die USA überlegen sie abzuschaffen. Eine Entscheidung soll im November bei der diesjährigen Weltfunkkonferenz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Genf fallen. (vwh/dg)

Bildquelle: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

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