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Risikomanagement in der Industrie 4.0

08.05.2015 – In der digitalisierten Wirtschaft entstehen neue, komplexe Risiken. Deren Management muss sich an die dynamische Entwicklung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft anpassen. Téva Perreau, General Manager Northern Europe Region bei Coface, skizzierte mit knappen Worten die aktuelle Aufgabenstellung der professionellen Risikomanager. Wie aktuell das Thema – auch angesichts zunehmender weltweiter Krisen – ist, zeigte das rege Interesse deutscher Wirtschaftsvertreter am Länderrisiko-Kongress des Kreditversicherers.

600 Teilnehmer kamen zu der neunten Auflage der Veranstaltung. Wie muss Risikomanagement in der digitalisierten Wirtschaft ausgestaltet sein? Auf diese Frage suchten Vertreter aus Wissenschaft, Real- sowie Versicherungs- und Finanzwirtschaft Antworten. Die digital beschleunigte Zeit verlange vor allem nach Kommunikationslösungen für die Echtzeit-Gesellschaft, betonte der Soziologe Armin Nassehi. Voraussetzung hierfür sei das Vertrauen zwischen zwei Wirtschaftspartnern und dieses entstehe ganz wesentlich, wie es sich auch in der Geschichte immer wieder gezeigt habe, durch erfolgreiche Handelspartnerschaften. “Der Handel war immer eine verbindende Kraft zwischen kulturell unterschiedlichen Räumen.”

Coface_Expertenrunde

Risikomanagement durchdringt in der Industrie 4.0 die wirtschaftliche Praxis. Dies zeigte das Beispiel von Christoph Haar, Vice President Business Development & Marketing bei der Schenck Process Group. Das Unternehmen für Mess- und Verfahrenstechnik fertigt u.a. Siebanlagen für Bergbaugesellschaften. Durch die Vernetzung der Maschinen kann das Unternehmen genau erkennen, wann ein Austausch nötig sein wird. So können Produktionsausfälle für die internationalen Kunden der Schenck Gruppe vermieden werden. “Die Digitalisierung ermöglicht eine ganz neue Gestaltung des After-Sales-Services”, betont Haar.

Risikomanagement vermindert Risiken, macht sie beherrschbar. Zugleich entstehen durch Risikomanagement auch neue, z.T. höchst komplexe Risiken, etwa im Bereich Compliance und Regulierung. Diese Reglementierungen würden zur Risikominimierung eingeführt, bergen aber etwa aufgrund der Komplexität dieser Regelwerke enorme Fehlerquellen für das Management, sagt Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung beim Verband der Vereine Creditreform. “Manager bewegen sich in dieser Hinsicht in der heutigen Zeit auf dünnem Eis.” An dieser Stelle sei die Innovationsfähigkeit der Versicherungswirtschaft gefordert, so Thomas Götting, Regional Commercial Director für Nordeuropa bei Coface. Er plädiert dafür, Risikomanagement mehr als Chancenmanagement zu verstehen. (jko)

Bild: Die Expertenrunde beim Coface Länderrisiko-Kongress (Quelle: Stefan Sämmer)

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