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Riester-Rente: Geburtsfehler ausmerzen

13.07.2015 – Riester_Elke_PohlWalter Riester hält die Altersvorsorge, die seinen Namen trägt, grundsätzlich weiter für richtig, würde aber gern einige Geburtsfehler ausmerzen, sagte er während einer Veranstaltung des Deutschen Instituts für Altersvorsoge in Berlin.

Die Zahl von gut 16 Millionen Riester-Verträgen hält der früherer Bundesarbeitsminister Walter Riester für „nicht wenig“, aber auch nicht ausreichend. Angesichts der permanenten Kollision mit dem Konsum und „dank“ der überaus kritischen Darstellung des Riestersparens in der Presse wundere ihn das nicht.

Dass nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte diese Vorsorgeform nutzen dürfen und nicht auch Kleingewerbetreibende und Selbstständige hält er ebenso für einen Geburtsfehler wie die Intention der Politik, nur einen Ausgleich für Rentenkürzungen schaffen zu wollen.
Er sei von Anfang an der Auffassung gewesen, dass man das Riestern als zusätzliche Altersvorsorge werten müsse, um im Alter den Lebensstandard sichern zu können. In beiden Fragen habe er sich bei Einführung nicht durchsetzen können ebenso wie bei der Einrichtung einer zentralen Zulagenstelle. Er sei heute noch davon überzeugt, dass die Finanzämter die bessere Alternative seien.

Dennoch seien Riesterprodukte im Prinzip gut und richtig, bekräftigte er, hätten aber permanent mit Missverständnissen und Irrtümern zu kämpfen. Weder stimme es, dass die Förderung fehlgeleitet werden und niedere Einkommen nichts davon haben, noch sei die Diskussion richtig, dass sich das Riestern für Menschen mit geringem Verdienst schon deshalb nicht lohnt, weil es ihnen später auf die Grundsicherung angerechnet wird. Dann müsste man auch die SV-Rente in Frage stellen, findet er. Einen Freibetrag beim Riestern hält er angesichts der aktuellen Situation aber dennoch für richtig.

Was die Behauptung betrifft, dass man sehr alt werden müsse, damit sich die Riesterrente überhaupt lohnt, wies er ebenso von sich: „Die Riesterrente ist keine Geldanlage, sie ist ein Versicherungsprodukt und lebt davon, dass Menschen sie unterschiedlich lange beziehen“, argumentierte er. Das treffe übrigens auch auf Bank- und Investmentprodukte zu, die in der Rentenphase ebenfalls in eine Versicherung umgewandelt würden. (epo)

Bild: Walter Riester verteidigt die nach ihm benannte Altersvorsorge. (Quelle: Elke Pohl)

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