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Regulierung ist Sorgenkind der Schweizer Versicherer

27.01.2015 – urs_bergerVon VWheute-Korrespondent Sascha Schulz. Die Regulierung ist und bleibt das “größte Sorgenkind” der Schweizer Versicherungswirtschaft. Der Ruf nach öffentlichen Vorgaben muss auf ein vernünftiges Maß beschränkt werden, forderte Urs Berger, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes, auf der Jahresmedienkonferenz. Negative Auswirkungen durch die Freigabe des Franken-Mindestkurses auf die Branche sieht er jedoch nicht.

Gleich zu Beginn kam SVV-Präsident Berger auf den Punkt: “2014 lief nicht sehr positiv, aber positiv.” Die Versicherungswirtschaft habe es wieder einmal zur treibenden Kraft der Schweizer Volkswirtschaft gebracht.

Mit 50.000 Mitarbeitern und 2.000 Auszubildenden ist sie die achtgrößte Branche des Landes, und in Sachen “Produktivität” auf Platz eins. Mit 28 Mrd. Schweizer Franken erbrachten die Versicherer fünf Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung. Isoliert betrachtet auf den Finanzdienstleistungssektor legten sie gegenüber den Banken zu und bauten ihren Anteil auf 40 Prozent aus.

Das Volumen an Einzelprämien wuchs um 1,3 Prozent, die Kollektivprämien erzielten eine Steigerung um 1,0 Prozent. Tiefere Zinsen sorgten für eine Schmälerung der Rendite. Besonders auffällig war der Zuwachs an Rechtschutzversicherungen (+4,7 Prozent), während Kredit- und Kautionsversicherungen wegen guter Liquidität des Marktes abnahmen (-6,7 Prozent).

“Unser größtes Sorgenkind ist und bleibt die Regulierung”, so Berger. “Unternehmerische Verantwortung, staatliche Überwachung, weniger Risiken, viel Erfolg – diese Rechnung ist praxisfremd.” Eines der Hauptanliegen des Verbandes sei es deshalb auch, den im “Zeitgeist” liegenden Ruf nach öffentlichen Vorgaben mit Blick auf die internen Kosten, die bei Mitgliedsunternehmen entstehen, energisch auf ein vernünftiges Maß zu beschränken.

Zum Thema “Solvency II” und EU betonte Berger, dass ein Gleichgewicht mit dem Binnenmarkt wichtig sei, die Schweiz aber nicht den europäischen Musterschüler spielen wolle. Übereilte Abkommen lehne der SVV ab. Die Versicherer in der Schweiz stünden aus finanziellen Gesichtspunkten nicht unter Fusionsdruck. Im Land gäbe es, so das Ergebnis von Studien, auch keine systemrelevanten Versicherer. Im Notfall wäre also kein staatlicher Eingriff erforderlich, Steuerzahler würden nicht belastet.

Das Fazit: Die Branche entwickelt sich konstant positiv, ohne Luftsprünge zu machen. “Versicherungsgesellschaften sind eben dann gut, wenn sie ‚wertschöpfende Langeweile‘ produzieren”, betonte Berger.

Bild: Urs Berger, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes (Quelle: Sascha Schulz)

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