Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Raumfahrt: Risiken im Grenzbereich

04.11.2014 – Raumfahrt _ GDVZwei aktuelle Unglücksfälle bestätigen: Die Raumfahrt bewegt sich im Grenzbereich der Versicherbarkeit. Die Technik ist hochkomplex und enthält unzählige Fehlerquellen. Die Anzahl der Starts ist so niedrig, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines Fehlstarts statistisch kaum quantifizieren lässt, technologische Neuerungen stellen auch die Relevanz aller vorliegen Daten in Frage.

Das jüngst abgestürzte Raumflugzeug “SpaceShip Two” ist Insidern zufolge mit 40 bis 50 Millionen Dollar versichert. Laut heutiger Ausgabe des Handelsblatts soll der amerikanische Allianz-Rivale AIG am stärksten betroffen sein.

Trotzdem sichert die Versicherungswirtschaft die Risiken privater Weltraum-Missionen und den Betrieb von Satelliten ab. Die deutsche Versicherungswirtschaft gehört zu den führenden Anbietern dieser Raumfahrt- und Satelliten-Versicherungen, engagiert sind unter anderem Munich Re, Allianz und Axa. Die Anbieter begleiten Raumfahrt- und Satellitenprojekte von der Planungsphase bis zum sogenannten In-Orbit-Betrieb.

„Die Versicherer ermöglichen die Risikoübernahme durch einen intensiven Informationsaustausch mit dem Kunden. Schon während der Planungsphase werden alle potentiellen Risiken geprüft, im Anschluss kann so eine individuelle Deckungsausgestaltung erfolgen“, erklärt Jens Jaeger, Teamleiter Transport- und Luftfahrtversicherung beim GDV.

Hier wird die Raumfahrtversicherungen nicht separat, sondern als Teil der Luft- und Raumfahrtversicherungen erfasst. Für diese nahmen die deutschen Erst- und Rückversicherer im vergangenen Jahr Beiträge in Höhe von knapp 600 Millionen Euro ein.

Insgesamt gilt: Der Markt ist vergleichsweise klein, das Risiko hoch. Schon ein verunglückter Raketenstart oder der Ausfall eines einzigen Satelliten kann die gesamten Beitragseinnahmen eines Jahres oder mehr kosten. Orbital Sciences kündigte unterdessen an, auch zukünftig weiter ins All fliegen zu wollen. Das Unternehmen versorgt die ISS im Auftrag der US-Weltraumbehörde NASA bis 2016 mit Ausrüstung und Nahrung für die Astronauten. Seit der Einstellung ihres eigenen Shuttle-Programms setzt die Nasa für Raumfahrten auf private Firmen. (vwh)

Bildquelle: GDV

Tags: ,
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten