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Rauchmelder-Problematik: “Vermieter haben eine Verantwortung gegenüber Mietern”

10.12.2014 – Alle Jahre wieder brennen in der Vorweihnachtszeit wieder die Adventskerzen. Der Dezember ist laut Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) der brandreichste Monat im ganzen Jahr. Frank Steiner, Schaden-Experte bei Zurich, erläutert im VWheute-Interview konkrete Präventionsmaßnahmen und unmittelbare Folgen für die Versicherer.

VWheute: Nach der aktuellen Umfrage der Zurich Versicherung ist jeder zweite Haushalt nicht mit einem Rauchmelder ausgestattet. Worin sehen Sie darin die unmittelbaren Folgen für die Versicherer?

Frank Steiner: Wichtig zu verstehen ist hier zunächst einmal, dass Rauchmelder in aller erster Linie dazu da sind, Leben zu retten. Der Schutz vor Sachschäden und die Folgen für die Versicherer sind hier zweitrangig. Natürlich kann ein Rauchmelder das Schadensausmaß positiv beeinflussen, trotzdem hat er im Fall der Fälle aber keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz. Man riskiert also nicht den Versicherungsschutz, sollte man keinen Rauchmelder montiert haben, noch hat die Anbringung eines Rauchmelders einen Einfluss auf die Versicherungsprämie (siehe DOSSIER).

Welche konkreten Präventionsmaßnahmen empfehlen Sie zur Schadenverhütung, um den Schadenumfang und die Schadenhöhe auch für die Versicherer zu reduzieren?

Prävention ist vor allem bei Elektrogeräten im Haushalt wichtig, denn elektrische Defekte stehen auf der Liste der Brandverursacher ganz oben. Oft entstehen Wohnungsbrände z.B. wegen überlasteter Mehrfachsteckdosen, veralteter Elektrogeräte oder Stromleitungen. Die wichtigste Präventionsmaßnahme liegt also zu aller erst darin, sich potentieller Brandursachen bewusst zu werden und diese zu beseitigen. Nicht verwendete Elektrogeräte sollten am besten abgeschaltet und komplett vom Stromnetz getrennt werden. Grundsätzlich sollte man auch nur Geräte mit gültigem Prüfzeichen, wie etwa VDE-, CE-, TÜV oder GS-Zeichen, im Haushalt haben. Diese Siegel garantieren, dass die Geräte geprüft wurden und ihr Betrieb keine Gefahr darstellen. Natürlich muss man aber auch immer bei offenem Feuer wie Kerzen oder Kaminen besondere Vorsicht walten lassen. Das gilt gerade jetzt in der Weihnachtszeit, wo es daheim wieder vermehrt Kerzen gibt. Diese sollte man nie aus den Augen lassen und bloß keine schnell brennbaren Gegenstände in der Näher von Feuerquellen aufbewahren.

Gerade in älteren Wohnungen scheuen Vermieter den nachträglichen Einbau eines Rauchmelders oder weiterer Brandschutzmaßnahmen. Wie können Politik und Versicherer die Vermieter hier konkret fördern?

Für mich ist eine Förderung hier der falsche Ansatzpunkt. Es geht hier doch viel mehr um Verantwortung, die ich als Vermieter gegenüber meinen Mietern habe. Die Politik hat mit der Rauchmelderpflicht nun eine nahezu bundesweite Vorgabe für private Haushalte aufgesetzt, die, so hoffe ich, bald auch deutlicher gelebt wird. Sollte der Pflicht nicht nachgekommen werden, muss es Sanktionen geben. Als Versicherer sehe ich uns hier in der Pflicht aufzuklären und auch unseren Vertrieb für entsprechende Beratungsgespräche zu sensibilisieren. Wir müssen die politische Regelung unterstützen und immer wieder auf die lebensrettende Funktion des Melders hinweisen und somit an den Vorsorgegedanken appellieren.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

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