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Pseudo-Sicherheit führt zu Herdentrieb und Risikoexponierung

06.06.2014 – Standardisierte Verfahren wie Basel III und Solvency II bringen zwar Transparenz und Vergleichbarkeit, andererseits schaffen sie eine Pseudo-Sicherheit und verleiten Marktteilnehmer, vom Gebrauch des kritischen Verstands abzusehen.

So lautet die Analyse des HWWI: „Folgen alle Marktteilnehmer dem durch standardisierte Modelle hervorgebrachten Herdentrieb, führt derart gleichgeschaltetes Verhalten zu potenzierten aber unerkannten Risikoexponierungen auf der Makro-Ebene“, erklärt Thomas Straubhaar, Leiter des HWWI. Im Auftrag des Versicherungsmaklers Aon hat sein Institut die Studie mit dem Titel „Versicherungen in Zeiten der Krise – Szenarien der Weltwirtschaft und Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft“ erstellt.

Während für die nahe Zukunft die Prognose eher optimistisch ausfällt, bestehe nach wie vor die Gefahr des Zerfalls der Eurozone. Taktgeber, so ein zentrales Ergebnis sei die US-Entwicklung und für Europa die deutsche Wirtschaft. Weiter stellt die Studie fest: Amerika verliert das Interesse an Europa. In Asien zeichnen sich innerasiatische Achsen ab, die Europa auslassen. Europa müsse künftig in einer multipolaren Welt bestehen, in der gar ein Ende des Freihandels sowie der WTO und ein Ende der Globalisierung möglich erscheinen. Die Folge wären ein Umlenken und Versiegen von Warenströmen sowie höhere Transaktionskosten.

Das Pendel schwingt derzeit zum Dirigismus zurück. Insbesondere, moniert die Studie, gibt es in Deutschland ein zu geringes Verständnis für Freihandel und Märkte. Ein systemischer Kollaps kann nicht ausgeschlossen werden. Schwellenländer absorbierten zudem nicht länger ungebremst externes Kapital. Die lukrative Risikodiversifikation , die sich institutionelle Anleger in Ländern wie Brasilien, Thailand, Russland und Chile beispielsweise versprachen, gehört gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen der Vergangenheit an.

Parallel zum Betrieb standardisiert vorgegebener Risk Management Modelle müssten Finanzinstitute alternative Modelle im Auge zu behalten. Eine Delegierung von Verantwortung an die staatliche Aufsicht oder gar an die Ratingagenturen sei nicht ausreichend. Olivier Thofern, CEO Aon Deutschland, pflichtete dem bei. Der alternative Ansatz der Szenario-Analysen sei im Kommen. Dieser dürfe sich nicht auf das technische Geschäft beschränken sondern müsse auch Aktienmärkte und Zinsänderungen mit einbeziehen.

Aon habe die makroökonomische Studie in Auftrag gegeben, um den eigenen Kunden insbesondere der Bereiche Aon Hewitt (Pensionsberatung & Asset Management) sowie Rückversicherung (Leitung Thofern) die Augen hinsichtlich der gegenwärtigen Instabilitäten zu öffnen. Aon Benfield Securities biete mittlerweile gar ein solche Gefahren berücksichtigendes Investment Managment an. (cpt)

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