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Problematische Dollars

21.04.2016 – dominic_schwer_lieIn der Assekuranz wächst die Sorge, gegen Embargos oder Sanktionen zu verstoßen. “Auch als Versicherer muss man sich Gedanken darüber machen, ob man Geschäfte mit Personen tätigt, die auf einer der verschiedenen Terrorliste stehen”, sagte Dominic Schwer, Chief Legal Counsel der Scor Rückversicherung Direktion für Deutschland, auf der Tagung der Fachkreise Versicherungsökonomie und -recht des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft e.V.

Angesichts verschiedener Rechtsvorschriften (deutsches, europäisches, US-amerikanisches und lokales Recht) müsse man sich schon bemühen, alles zu beachten – “und sobald ein Nexus zur USA besteht, muss man US-Recht beherzigen”, rät Schwer. Der US-Bezug ergebe sich bereits, wenn in US-Dollar gezahlt werde. “Und dafür gibt es keine Mindestgrößen, da reichen 50 Dollar”, so Schwer. Direkt darauf hinweisen dürfe man Vertragsparteien aber nicht, weil dies als Umgehungstatbestand gewertet werden könne.

Stefan Heinisch, Fachbereichsleiter GLS-Compliance der E+S Rückversicherung AG, berichtete, dass sein Haus ähnlich wie die Kreditwirtschaft Software zur Listenprüfung von Finanzsanktion einsetze. “Aber bei Embargos wird Software nicht glücklich, weil es zu viele technische Daten gibt. Da hilft nur Schulung, Schulung und nochmals Schulung, damit alle Mitarbeiter sensibilisiert sind”, so Heinisch.

Die Podiumsteilnehmer berichteten, dass sie auch Geschäft in und mit kritischen Ländern wie Russland oder Kuba zeichneten, dabei aber streng auf Regeln und Risiken achteten. Besondere Obacht erfordere hier die Retrozession, damit nicht dem US-Markt Risiken angedient würden, mit denen man so erst den US-Bezug herstelle. (lie)

Bild: Dominic Schwer, Chief Legal Counsel der Scor Rückversicherung Direktion für Deutschland (Quelle: lie)

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