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Portugal: Chinesen wollen führenden Gesundheitsversorger übernehmen

29.09.2014 – rolf-engelhardt-150-herzVon VWheute-Spanien-Korrespondent Rolf Engelhardt.

Die chinesische Fosun-Gruppe ist in den Bieterwettbewerb um die zum Verkauf stehende portugiesische Espirito Santo Saúde eingestiegen. Über ihre lokale Versicherungstochter Fidelidade hat sie ein öffentliches Kaufangebot für eine Mehrheitsbeteiligung von mindestens 50,01 Prozent an dem Gesundheitsversorger abgegeben. Sie bewertet das Unternehmen mit 451 Millionen Euro.

Das führende portugiesische Assekuranzhaus Fidelidade bietet für die Espirito Santo Saúde (ESS) 4,72 Euro je Aktie und liegt damit fünf Prozent über dem bisher höchsten Angebot von der mexikanischen Ángeles Servicios de Salud. Ebenso im Bieterstreit vertreten ist der portugiesische Krankenhausbetreiber Jose de Mello Saude. Die Fosun hatte erst im Mai dieses Jahres einen Anteil von 80 Prozent an der Fidelidade übernommen.

Über die Fidelidade agiert die Fosun erstmals mit einer Mehrheitsbeteiligung an einem Versicherer außerhalb ihres chinesischen Heimatmarktes und will ihr Engagement weiter ausbauen. In Lissabon hat die größte private Beteiligungsholding Chinas ein Repräsentanzbüro eröffnet, von wo aus ihre diesbezüglichen europäischen Investitionsvorhaben gesteuert werden. Die Tochtergesellschaft Fidelidade agiert im kompletten Versicherungsspektrum, auch dem Gesundheitsbereich.

Die Aktivitäten der ESS konzentrieren sich auf den Betrieb von Krankenhäusern und Privatkliniken, Altersheimen sowie einem Public-Private Partnership im Bereich der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Die EES steht zum Verkauf, weil die verschachtelte Industrieholding der Familie Espirito Santo in massive finanzielle Schieflage geraten ist und Aktiva verkaufen muss.

Der portugiesische Staat musste erst Anfang August die Bankengruppe des Espirito Santo-Konglomerats, die Banco Espirito Santo, mit einer Finanzspritze in Rekordhöhe von 4,9 Milliarden Euro retten. Das Geld stammte aus noch nicht verbrauchten Geldern aus dem EU-Hilfspaket, das Portugal in der Krise von der Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen hatte.

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