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Pflegende nutzen kaum Unterstützungsangebote

08.03.2016 – Pflege_Rainer Sturm_pixelio.Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen kennen zwar die Unterstützungsangebote der gesetzlichen Pflegeversicherung, nutzen diese aber kaum. So nehmen weniger als 20 Prozent der Angehörigen entsprechende Angebote wie Tages- und Kurzzeitpflege in Anspruch. Als Gründe werden die Kosten und eine mangelnde Erreichbarkeit genannt. Zudem wollen sich viele Pflegebedürftige nicht von einer fremden Person pflegen lassen.

Besonders beliebt scheinen laut Pflegereport 2016 der AOK hingegen Pflegedienste zu sein. Demnach nehmen 64 Prozent der pflegenden Familien diesen in Anspruch. Der entscheidende Grund: der ambulante Pflegedienst kommt zum Pflegenden nach Hause. Bei Tages- und Kurzzeitpflege wird der kranke Angehörige hingegen vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung untergebracht.

“Wir müssen die Bedürfnisse der Betroffenen noch besser verstehen und gleichzeitig mit guter Beratung und niedrigschwelligen Angeboten überzeugen. Allerdings zeigt sich hier auch ein tief sitzendes Selbstverständnis von familiärer Pflege, in das Pflichtgefühl und Scham mit hineinspielen”, skizziert Antje Schwinger, Pflegeexpertin des WIdO und Mitherausgeberin des Reports, die derzeitigen Barrieren in der Pflege.

“Die Pflegeversicherung hat sich bewährt. Aber wir müssen ihre Leistungen noch einfacher und flexibler gestalten”, ergänzt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands. So könne man beispielsweise die beiden Leistungen “Verhinderungspflege” und “Kurzzeitpflege” zusammenlegen. “Statt hier zwei verschiedene Regelungen und Budgets vorzusehen, sprechen wir uns für die Bündelung aus. Es geht um 3.224 Euro für 14 Wochen je Kalenderjahr. Pflegende Angehörige wissen selbst am besten, wie sie während einer Auszeit das Geld am sinnvollsten einsetzen können”, ergänzt Litsch.

Zudem biete der spezifische Versorgungsmix aus familiärer und professioneller Pflege gute Voraussetzungen für die Bewältigung des steigenden Pflegebedarfs, betont Adelheid Kuhlmey, Mitherausgeberin des Reports. Dennoch müssten die vorhandenen Potenziale auch voll ausgeschöpft werden: “Entwicklungsmöglichkeiten für die professionelle Pflege liegen in der gemeinsamen Ausbildung von Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege sowie der weiteren Akademisierung”, fordert Kuhlmey. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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