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Österreich meldet Einbruch bei fondsgebundenen LV

15.05.2014 – Towers-WatsonDas Neugeschäftsvolumen in der fondsgebundenen Lebens- und Pensionsversicherung (FLV) in Österreich 2013 betrug rund 299 Mio. Euro und fiel damit um rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang war im Wesentlichen beeinflusst von erneut stark sinkenden Einmalbeiträgen. Dies ist das Ergebnis der Umfrage „FLV-Update 2013“, die die Unternehmensberatung Towers Watson für Österreich seit 1997 jährlich durchführt.

„Der Rückgang in der FLV 2013 ist unter anderem nach wie vor auf zahlreiche gesetzliche Veränderungen zurückzuführen, die die Nachfrage im Fondspolicenmarkt beeinflussen“, erläutert Markus Orasch, Berater bei Towers Watson und Autor der Studie. „Die geänderten Anforderungen bei der Finanzierung von Fremdwährungskrediten oder die Laufzeitverlängerung von zehn auf 15 Jahren bei Einmalbeitragsprodukten, als Folge steuerlicher Änderungen, verursachten stetigen Rückgang im Neugeschäft. Auch die vor Kürze erfolgte Änderung auf die ursprünglichen zehn Jahre für die Altersgruppe 50+ hatte wohl eine aufschiebende Wirkung für den Abschluss von Verträgen gegen Einmalbeitrag in 2013.“

Beim Blick auf die Produktkategorien verloren im Jahr 2013 alle Gruppen: Fondsgebundene Produkte gegen Einmalerlag gingen um 21 Prozent auf 226 Mio. Euro (2012: 284 Mio. Euro) zurück. Und die laufenden Prämieneinnahmen lagen mit 73 Mio. Euro um knapp 29 Prozent unter Vorjahresniveau (103 Mio. Euro). Die Gesamtprämieneinnahmen beliefen sich auf rund 283 Mio. Euro, was einem Rückgang von 21 Prozent entspricht.

Über ungebundene Strukturvertriebe und Makler wurden 2013 mit 29 Prozent die meisten Verträge im österreichischen Fondspolicenmarkt abgeschlossen. Der Bankvertrieb lag mit 24 Prozent auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt vom Ausschließlichkeitsvertrieb mit 23 Prozent. Der Anteil der gebundenen Strukturvertriebe lag bei 22 Prozent. Im Vorjahr betrug dieser noch zehn Prozent. „Die Anteile der wichtigsten Vertriebswege haben sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschoben“, kommentiert Orasch. „Hauptgrund ist, dass einzelne Versicherer sich stärker auf bestimmte Vertriebskanäle konzentriert haben.“

Allerdings: Wie auch im Vorjahr konnten einige Anbieter den Rückgang im FLV-Geschäft zumindest teilweise mit traditionellen Produkten kompensieren.

Eine Trendbefragung im Jahr 2014 mit ausgewählten österreichischen FLV-Anbietern ergab dennoch ein positives Zukunftsbild: Die FLV setzt nach Meinung der Anbieter auch in den nächsten Jahren Wachstumsimpulse in Österreich. Absatzfördernd sollten sich v.a. die sinkenden Garantieleistungen aus der klassischen Lebensversicherung, wo aufgrund des derzeitig vorherrschenden Niedrigzinsniveaus eine weitere Absenkung des garantierten Rechnungszinses im Neugeschäft kurz bevorstehen dürfte, und neue Regelungen durch Solvency II, wo speziell Produkte mit Garantieversprechen der Versicherungen höhere Kapitalanforderungen nach sich ziehen, auswirken.

Die Marktteilnehmer erwarten intensiveren Wettbewerb im Segment der FLV, auch wenn derzeit noch nicht von einer deutlichen Marktkonsolidierung ausgegangen wird. Das Thema Altersvorsorge ist dennoch weiterhin von zentraler Bedeutung im Markt. Die meisten Teilnehmer gehen davon aus, dass die Änderung der Laufzeit bei Einmalerlägen, für steuerliche Begünstigung von 15 auf zehn Jahre für das Alter 50+, das Geschäft gegen Einmalerläge in dieser Zielgruppe beflügeln wird. (vwh)

fondspolizzen_austria_grafik

Fondspolicen-Neugeschäft in Österreich 2003 – 2013 (in Mio. Euro)

Bild: (Quelle: Grafik Towers Watson)

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