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Orkan “Xaver”: Weniger schlimm als befürchtet

09.12.2013 – Norddeutschland ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Sturm “Xaver“ beeinflusste in der vergangenen Woche zwar das öffentliche Leben in den norddeutschen Küstenländern und in Hamburg erheblich, größere Schäden blieben jedoch aus. Wie der Pressesprecher der Provinzial Nord Brandkasse, Heiko Wischer, berichtete, wurden bis Freitagnachmittag nur rund ein Zehntel so viele Schadenfälle gemeldet wie noch bei Sturm „Christian“ vor wenigen Wochen. Das betrifft darüber hinaus nicht nur Schleswig-Holstein, sondern auch Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen und Hamburg.

Bislang registrierte der norddeutsche Versicherer im nördlichsten Bundesland lediglich einige hundert, eher leichte, Schadenfälle. Bei „Christian“ dagegen wurden 55.000 Schäden mit einer Summe von 80 Mio. Euro registriert. Darunter waren auch viele Großschäden mit Kosten in Höhe von mehr als 100.000 Euro. Die geringeren Schäden führt Wischer u. a. auch darauf zurück, dass die Menschen die Frühwarnungen sehr ernst genommen hätten. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Polizei wurden rechtzeitig in Alarmbereitschaft versetzt.

Einer der Hauptangriffspunkte von “Xaver” waren die nordfriesischen Inseln. Auf den Halligen wurde von der Dauer und den Wasserständen her die stärkste Sturmflut der letzten Jahrzehnte gemessen. Die Promenade von Westerland/Sylt wurde überflutet, ebenso stand der Lister Fähranleger komplett unter Wasser. In Glücksburg-Meierwik erreichte der Orkan Spitzengeschwindigkeiten von 158 km/h, gefolgt von List/Sylt mit 148 km/h. Die Insel Fehmarn blieb von der Außenwelt abgeschnitten, da die Sund-Brücke komplett gesperrt wurde. Der Eisenbahnverkehr nach Skandinavien wurde eingestellt. In Großhansdorf (Kreis Stormarn) entgleiste eine S-Bahn und prallte gegen einen Brückenpfeiler. Ein Fahrgast wurde leicht verletzt.

Hamburg kam relativ glimpflich davon. Nach der verheerenden Sturmflut von 1962 wurden die Schutzmauern erheblich erhöht und verstärkt. Mit 6,09 Meter über Normalnull notierten die Behörden das zweithöchste je erreichte Hochwasser. Der gesamte Bereich um den Fischmarkt stand unter Wasser. Nennenswerte Schäden blieben aber auch in der Hansestadt aus.

Besonders beeinträchtigt wurden auf den ostfriesischen Inseln die Sanddünen, die viel Material an das Meer verloren. Dadurch werden die Strände für die Urlauber kleiner. Im Cuxhavener Stadtteil Döse ereignete sich ein spektakulärer Schadenfall. Der schwere Orkan fegte ein 1000 qm großes Flachdach von einem Haus, das rd. 40 Fahrzeuge beschädigte. Auf Helgoland, Deutschlands einziger Hochseeinsel, wurden Böen von bis zu 126 km/h erreicht, die aber keine größeren Schäden anrichteten. Das Wahrzeichen, die „Lange Anna“ trotzte den Naturgewalten. Rekordverdächtig waren auch die Windböen auf dem Harzer Brocken mit Spitzengeschwindigkeiten von155 km/h. Außerdem fiel dort sehr viel Schnee. (wo)

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