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Örag-Chef: „Kein Käufermarkt in Rechtsschutz”

21.08.2014 – „In der Rechtsschutzversicherung gibt es keinen Käufermarkt.“ Diese klaren Worte äußert Andreas Heinsen, Vorstandsmitglied der Örag Rechtsschutzversicherung. Wenn Kunden freiwillig in die Versicherungsagenturen kommen würden, um Rechtsschutz abzuschließen, dann nicht zur Freude der Schadenchefs. Junge Menschen unter 30 Jahren würden faktisch nicht von den Versicherern erreicht.

Schaue man in das teilweise viel zu juristisch ausgelegte Informations- und Vertriebsmaterial vieler Versicherer, sei bis zum Ziel einer veränderten Kunden- und Vertriebswahrnehmung viel zu tun. Die branchenweiten und nunmehr offensiv vermarkteten Anwaltsdienste der Rechtsschutzversicherer in Form von Internet-Rechtsberatungen, Telefon-Rechtsanwalt-Hotlines und Vertrauens- und Kooperationsanwalts-Netzwerken bewegten derzeit die Anwaltschaft und deren Rechtsanwaltskammern emotional sehr stark. Dahinter stecke die Befürchtung der Einzelanwälte, ausgegrenzt zu werden.

„Der Rechtsschutzmarkt unterliegt einem Wandel. Ohne den für Kunden und Vertriebe erlebbaren und professionellen Kunden- und Schadenservice sowie innovative Rechtsdienstleistungsprodukte mit Kostenschutz droht nach den Preiserhöhungsrunden aufgrund des am 1. August 2013 wirksam gewordenen zweiten Kostenrechts-Modernisierungsgesetzes ein deutlicher Rückgang im Bestand der Branche“, befürchtet Heinsen. Recht zu bekommen werde teurer für Otto Normalverbraucher und sollte eigentlich als Bedarfs- und Vertriebsargument genutzt werden. Leider reagierten Kunden und Vermittler in der Regel anders. Schadenfreie Kunden kündigten in Massen und Vermittler steuerten Rechtsschutz als Luxussparte aus den Kundenportfolios aktiv heraus.

Im Fokus müssten vielmehr die Existenzrisiken der Kunden – z.B. schwere Verkehrsunfälle– stehen, die mit einer Rechtsschutzversicherung hinsichtlich der gerichtlichen Durchsetzung abgesichert werden könnten. „Ärztliche Behandlungsfehler und deren sozial-, verwaltungs- und versicherungsrechtlichen Folgeproblemfelder sind neben dem Arbeitsplatzverlust weitere Argumente, um Rechtsschutz von einer Kleinschaden- zur Existenzsicherungssparte zu entwickeln“, so Heinsen. Ob Kümmerer, Problemlöser oder Lotse für den Kunden, das sei nur ein Unterschied im Wording, bringe aber die Kundenanforderungen von heute auf den Punkt. Die künftige Aufgabe der Branche bestehe darin, den Vermittlern und deren Kunden Rechtsservices anzubieten, die den Wunsch nach Sicherheit und aktiver rechtlicher Hilfestellung in der täglichen Praxis erfüllten. (vwh)

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