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Optimismus der deutschen Kleinunternehmen stagniert

02.09.2015 – Der Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft bleibt in Deutschland zwar nach wie vor hoch. Allerdings ist der einstige Spitzenreiter im Optimismus-Ranking des Spezialversicherers Hiscox nun auf Platz fünf abgerutscht. Vor allem die Politik und die staatliche Bürokratie werden von den deutschen Kleinunternehmern deutlich kritisiert, so das Ergebnis des “Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2015″, der heute vorgestellt wird.

Demnach erwarten 61 Prozent der deutschen Kleinunternehmer in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage. Ein Jahr zuvor waren es noch 60 Prozent. Im internationalen Vergleich hat Deutschland damit allerdings seine Spitzenposition verloren und liegt nun auf Platz fünf im Optimismus-Ranking. Neuer Spitzenreiter sind laut Report die USA mit 69 Prozent (2014: 63 Prozent), gefolgt von den Niederlanden und Spanien mit jeweils 65 Prozent sowie Großbritannien mit 64 Prozent. Schlusslicht bleibt nach wie vor Frankreich mit 43 Prozent.

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Deutliche Kritik seitens der deutschen Kleinunternehmer gab es an der Politik: So fühlen sich mit 32 Prozent nicht einmal ein Drittel der befragten Unternehmen von der Regierungspolitik gestützt. So erwarten 83 Prozent eine geringere direkte Unternehmensbesteuerung, 74 Prozent fordern vereinfachte Rechnungslegungsvorschriften und 71 Prozent stärkere staatliche Anreize der Banken, in Unternehmen zu investieren. Laut Studie rechnen allerdings nur sieben Prozent der Kleinunternehmen, dass sich die Lage verbessere.

“Ganz offensichtlich ist in Deutschland die Skepsis auf eine weiterhin ansteigende Wirtschaftsleistung größer als in den anderen untersuchten Ländern. Das zeigt sich auch daran, dass lediglich 18 Prozent der befragten deutschen Kleinunternehmer ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten steigern wollen. Auch planen nur 48 Prozent der befragten Unternehmen, im kommenden Jahr ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt zu bringen”, kommentiert Tobias Wenhart, Manager Products & Underwriting bei Hiscox, die neue Studie.

Mit der Digitalisierung verändert sich jedoch auch die Gefahrenlage für kleine und mittlere Unternehmen fundamental. So sehen die befragten Unternehmen Hacking und Datenverlust (19 Prozent) sowie den Verlust des geistigen Eigentums (18 Prozent) zu den Top fünf der unversicherten Hauptrisiken. “Es ist ein gutes Zeichen, dass viele Unternehmen ihre Versicherungslücken erkennen”, sagt Wenhart. “Doch diese müssen dann natürlich auch geschlossen werden”, betont der Hiscox-Experte.

Allerdings bestehe beim Thema Cyber-Versicherungen noch Aufklärungsbedarf: 31 Prozent der deutschen Unternehmen geben demnach selbst an zu wissen, welche Risiken sie versichern können. 19 Prozent aller Befragten besitzen nach eigenen Angaben keinerlei Versicherungen (siehe KÖPFE). (vwh/td)

Link: Der vollständige “Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2015″ (PDF)

Grafikquelle: Hiscox

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