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Opas Rente reicht nicht für die Pflege

13.10.2016 – Patien Krankenhaus by_PeeF_pixelio.deDie Kosten für die stationäre Altenpflege sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich. In fast der Hälfte der Kreise und kreisfreien Städte reicht das durchschnittliche Einkommen der Senioren über 80 Jahre nicht aus, um professionelle stationäre Versorgung in Anspruch nehmen zu können. Das zeigt die aktuelle Analyse der Pflegelandschaft in Deutschland, durchgeführt von der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Im Nordosten müssen sich Senioren weniger um die Finanzierung eines Pflegeheimplatzes sorgen als im Südwesten. In den Kreisen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg sowie in den Stadtstaaten übersteigen die Pflegekosten das durchschnittliche Jahreseinkommen der über 80-Jährigen zum Teil deutlich. Bundesweit reicht in 44 Prozent der Kreise das Durchschnittseinkommen der alten Menschen rechnerisch nur für maximal elf Monate stationärer Pflege, in einem Viertel der Kreise sogar nur für höchstens zehn Monate. 2013 mussten bundesweit 41 Prozent der Pflegebedürftigen zusätzlich Sozialhilfe beantragen. “Ob Pflegebedürftige durch Angehörige, einen ambulanten Dienst oder im Heim versorgt werden, hängt auch vom Einkommen der Pflegebedürftigen ab”, sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. In den ostdeutschen Bundesländern, Schleswig-Holstein und weiten Teilen Niedersachsens ist die durchschnittliche Kaufkraft der Senioren mehr als ausreichend, um die stationären Pflegekosten zu tragen.

Als einen Grund für das Gefälle zwischen Nordost und Südwest macht die Studie die Unterschiede bei der Bezahlung der Altenpflegekräfte aus. Die Bruttoentgelte in der Pflege lagen 2013 zwischen 1.714 Euro und 3.192 Euro im Monat. Neben den Tarifpartnern, die für eine angemessene und verbindliche Bezahlung sorgen müssen, sei auch die Politik gefragt. “Noch fehlt eine Lösung, wie sich die Leistungen der Pflegeversicherung so weiterentwickeln lassen, dass Altenpflegekräfte leistungsgerecht bezahlt werden, ohne die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen finanziell zu überfordern”, sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. (vwh/wo)

Bild: 41 Prozent der Pflegebedürftigen mussten 2013 Sozialhilfe beantragen. (Quelle: PeeF / pixelio.de)

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