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Online-Kunstmarkt wächst um 24 Prozent

20.04.2016 – Kunst_Helene Souza_pixelioDer Online-Kunstmarkt ist 2015 um 24 Prozent auf 3,27 Mrd. US-Dollar (2014: 2,64 Mrd.) gestiegen. Gleichzeitig wurden global weniger Auktionskäufe getätigt als noch im Vorjahr. Der Anteil der Online-Kunstkäufer liegt weiter stabil bei 49 Prozent. Dies geht aus dem vierten Online Art Trade Report des Spezialversicherers Hiscox hervor.

Dabei konnten reine Online-Auktionshäuser wie Auctionata oder Paddle8 2015 mehr als doppelt so viele Verkäufe verzeichnen als im Vorjahr. Aber auch traditionelle Anbieter nutzen laut Spzialversicherer vermehrt den Online-Handel. So hatte beispielsweise Sotheby’s über 100 Mio. US-Dollar Umsatz im Jahr 2015 erzielt. Auch Christie’s setzte 36,4 Mio. US-Dollar digital um, was einem Wachstum von über elf Prozent entspricht.

Allerdings konnten auch traditionelle Auktionshäuser das Online-Segment erfolgreich für sich nutzen, berichtet Hiscox weiter. Dabei setzten 2015 allein 28 Prozent der kleinen Galerien vermehrt auf den Online-Kanal. Zum Vergleich: 2012 waren es noch 22 Prozent. Dennoch verfügen nach Angaben des Spezialversicherers 39 Prozent dieser Galerien noch über keine Online-Strategie. 2012 waren es noch 41 Prozent.

Auch unter den Käufern etabliert sich laut Report der Kunstkauf im Internet weiter. Demnach beabsichtigen 92 Prozent der befragten Online-Kunstkäufer, im laufenden Jahr 2016 noch mehr (48 Prozent) oder die gleiche Menge an Kunst (44 Prozent) online zu erwerben. Bei den Online-Käufern unter 35 Jahren wollen sogar 68 Prozent in den kommenden zwölf Monaten noch mehr über digitale Kanäle erwerben als im abgelaufenen Jahr.

Insgesamt scheint sich der Boom auf dem Online-Kunstmarkt laut Hiscox jedoch abzukühlen. 2015 haben unter den “Kunst-Neukäufern” im Vergleich zu 2014 insgesamt weniger Befragte Kunst online erworben. Waren es 2014 noch 43 Prozent, sank die Zahl in 2015 leicht auf 41 Prozent. Auch bei den jungen Käufern zeigt sich laut Hiscox eine ähnliche Entwicklung (43 in 2015 gegenüber 46 Prozent in 2014).

Allerdings wächst der Einfluss sozialer Medien in der Zielgruppe der unter 35-Jährigen stark an, konstatiert der Spezialversicherer. So tätigten 19 Prozent der Befragten unter 35 Jahren ihren ersten Kunstkauf über das Internet. 2014 waren es noch neun Prozent. 42 Prozent der jungen Befragten gaben an, sich beim Kunstkauf über Social Media inspirieren zu lassen.

Als wichtigster Kanal der jungen Kunstkäufer sticht hier Instagram hervor, den 65 Prozent als erste Anlaufstelle zum Teilen von Fotos und Videos nutzen, so Hiscox. Für 57 Prozent der Befragten ist die Kunst zudem neben der emotionalen Bedeutung auch eine Wertanlage. Auch im Durchschnitt aller Befragten nehmen soziale Medien an Bedeutung zu: Lag die Nutzung im Vorjahr noch bei 24 Prozent, spielen Facebook und Co. 2015 bereits für 31 Prozent eine wichtige Rolle. Allein 16 Prozent der 18- bis 35-Jährigen tätigen hierbei ihren Online-Kunstkauf mit dem Handy.

“Wir beobachten, dass besonders das Online-Segment, über das vorwiegend niedrigpreisige Werke unter 10 000 Dollar gehandelt werden, vom rückläufigen Trend unberührt bleibt und sich weiterhin sehr gut entwickelt. Hingegen werden Werke im mittleren und hohen Preissegment weiterhin überwiegend offline verkauft, was 2015 offenbar nicht weiter an Attraktivität gewinnen konnte”, kommentiert Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox, die Entwicklung auf dem Online-Kunstmarkt. “Besonders die jungen Käufer sehen Kunst nach unserer Befragung als Wertanlage und sind auf dem global rückläufigen Kunstmarkt unter Umständen zögerlicher bei Investitionen, was den Wachstumstrend abbremsen könnte”, ergänzt der Hiscox-Experte. (vwh/td)

Bildquelle: Helene Souza / pixelio.de

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