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Ohne neue Freiheiten keine Entwicklung

24.08.2015 – China Shanghai by_Ralf Hanke_pixelio.deLange Zeit zählte das Reich der Mitte dank seiner zweistelligen Wachstumsraten zu den wichtigsten Wirtschaftsmotoren der Weltwirtschaft. Die aktuelle Krise sorgt daher für enorme Unruhe. “Das Wirtschaftsmodell hat seine Wachstumsgrenze erreicht”, betont IW-Direktor Michael Hüther. Das Kernproblem: Wirtschaftliche ohne gesellschaftliche und politische Freiheit.

China “setzt noch immer nur auf wirtschaftliche Freiheit, während es keine gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Freiheiten gewährt. Ohne diese wird es jedoch für die Volksrepublik unmöglich sein, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Und das gefährdet auch die schwache Weltwirtschaft”, kritisiert Hüther.

Zudem habe “der staatlich verordnete Investitionsboom mittlerweile seinen Zenit überschritten: Seit Jahren propagiert die chinesische Führung den Umstieg vom staatlichen Lenkungs- auf ein privates Wachstumsmodell”, sagt Hüther weiter. “Risikoaversion ließe sich durch ein vernünftiges Sozialnetz deutlich reduzieren. Dafür müsste die chinesische Regierung neue, verlässliche Institutionen einrichtet, was aber bislang nicht erkennbar ist”, gibt sich der IW-Direktor skeptisch.

Sein Lösungsansatz: “An dem Punkt der wirtschaftlichen Entwicklung, an dem China aktuell steht, genügt es schlichtweg nicht mehr, nur wirtschaftliche Unabhängigkeit zu gewähren, gleichzeitig aber kulturelle, gesellschaftliche, rechtliche und politische Partizipation zurückzustellen. Denn die Arbeitskostenvorteile im Reich der Mitte sind abgeschöpft, die Technologie-Diffusion hat stattgefunden”.

Stefan Scheurer, Senior Strategist, Global Capital Markets & Thematic Research, Global Economics & Strategy, bei Allianz Global Investors, sieht Chinas Währung Renminbi bereits auf dem Weg in die Freiheit. So hatte die chinesische Notenbank die Währung um fast zwei Prozent abgewertet. Dies entspricht der höchsten Währungsabwertung seit 1994. “Auch wenn Investoren von diesem Schritt überrascht wurden, ergänzen sich die Wechselkursreformen und die laufenden Maßnahmen zur Liberalisierung des Kapitalverkehrs.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht den Schritt nach Ansicht des Experten positiv. So geht der IWF davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren “ein freies Wechselkurssystem haben könnte, wonach unseres Erachtens nach dem Schritt durch die PBoC eine Erweiterung der Handelsspanne der nächste logische Schritt in Richtung mehr Währungsflexibilität wäre”, erläutert Scheurer weiter. (vwh/td)

Bildquelle: Ralf Hanke / pixelio.de

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