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Offshore-Ausbau im Soll – Versicherer mit von der Partie

05.08.2014 – Windenergie30 Offshore-Windenergieanlagen mit insgesamt 108 Megawatt Leistung wurden dieses Jahr bis Juli vor der deutschen Küste ans Netz angeschlossen. Insgesamt sind in Deutschland 146 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 628,3 Megawatt am Netz. Damit ist eine Offshore-Windenergieleistung von rund 3.300 Megawatt in Bau, fertiggestellt oder bereits am Netz. Das sind mehr als die Hälfte der bis 2020 angestrebten 6.500 Megawatt.

Dies ermittelte die Halbjahresstatistik zum Offshore-Windenergie Ausbau in Deutschland der Deutschen WindGuard, die im Auftrag des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA Power Systems und des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) regelmäßig Zahlen erhebt. Zum Vergleich: Onshore sollen laut BWE zum Jahresende fast 26.000 Anlagen mit einer installierten Leistung von mindestens 37.000 Megawatt ins deutsche Stromnetz einspeisen können.

Die Offshore-Produktion auf hoher See gilt um 40 Prozent effizienter als Onshore. Die großen Herausforderungen auch für europäische Anlagen liegen für Versicherer als Investoren wie auch in der Risikoübernahme in den extremen Bedingungen: „Natürlich ist es möglich, einen Offshore-Windpark zu versichern“, erklärt Robert Maurer, Global Head of Renewable Energies Underwriting AGCS: „Aber nicht zuletzt der Verschleiß der Anlagen muss eingepreist sein.“ Stürme, Gezeiten und Salzwasser machen den Anlagen zu schaffen, Langzeitstudien dazu existieren kaum.

Offshore-Anlagen:

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die Entwicklung der Turbinengröße im Vergleich zum Kölner Dom (Quelle: Siemens/ AGCS)

Bei Ausfall einer Anlage kann die Produktion mitunter Monate unterbrochen sein: es braucht Spezialschiffe zur Wartung und hochqualifizierte Wartungsteams – diese stehen nicht in unbegrenzter Kapazität zur Verfügung. All das treibt die Kosten in die Höhe. Verständlich, dass manch Betreiber Wartungsintervalle ausreizt. Um 60 Millionen Euro hat AGCS den Schaden im Worst-Case-Szenario für eine Anlage geschätzt. Daher engagiert sich der Versicherer auch, zusammen mit allen Beteiligten einen Code of Practice festzuzurren, der verbindlich Details regelt.

Ein großes Risiko ist ein Kumul bei fehlender Diversifizierung der Risiken. Ein fatales Sturmereignis in der Nordsee beispielsweise könnte erhebliche Schadenssummen verursachen. Chancen zur Kostenreduzierung, die sich auch auf den Versicherer auswirken, sieht Maurer in größeren Anlagen, konzertierter Entwicklung und in der Erschließung kostengünstiger Standorte. (ku)

Foto: Beim Offshore-Ausbau liegt die Industrie im Soll (Quelle: Alstom)

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