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Niedrigzinsen belasten Altersvorsorge

09.07.2015 – Dr-Patrick-DahmenJeder zweite Erwerbstätige in Deutschland fragt sich, ob private Altersvorsorge heutzutage noch sinnvoll ist. 59 Prozent äußern zunehmende Ängste beim diesem Thema, 39 Prozent erwarten als Pensionäre eine verschlechterte Lebensqualität. Das berichtet die Axa in ihrem aktuellen Deutschland-Report zur Ruhestandsplanung. Die jetzigen Rentner indes sehen es anders.

Drei Viertel von ihnen berichten über eine gleiche oder sogar verbesserte Lebensqualität als zuvor im Beruf. In Bremen sind es 81 Prozent der Rentner und Pensionäre, bei den Schlusslichtern Bayern und Thüringen sind es immerhin noch 69 Prozent. “Wie unterschiedlich Ruheständler ihre Situation erleben gegenüber dem Bild, das sich die Erwerbstätigen davon machen, stellen wir immer wieder fest”, erklärt Patrick Dahmen, Mitglied des Axa-Vorstands. “Gegenüber einer Erhebung aus 2005 hat sich dieser Gegensatz in den vergangenen zehn Jahren deutlich verstärkt.”

Am generellen Sinn privater Altersvorsorge zweifeln laut Axa Report mehr Berufstätige in Ostdeutschland als im Westen. Zugleich liegen im Osten auch die monatlichen Sparraten zur privaten Altersvorsorge klar unter denen in Westdeutschland. Bundesweit investieren die Sachsen mit nur 178 Euro und die Berliner mit 194 Euro pro Monat am wenigsten für die private Altersvorsorge. Am meisten wenden mit 345 Euro monatlich die Saarländer auf, gefolgt von den Erwerbstätigen in Hamburg mit 323 Euro und in Baden- Württemberg mit 315 Euro.

Deutliche Spuren hat die anhaltende Niedrigzinsphase hinterlassen: Sechs von zehn Erwerbstätigen in Deutschland schließen wegen der niedrigen Zinsen keine neuen Vorsorgeverträge mehr ab. “Die heute Erwerbstätigen verstärken mit diesem Verhalten fatalerweise genau den Effekt der Niedrigzinsphase: Aus Vorsorgeverträgen steht weniger für den späteren Ruhestand zur Verfügung, während gleichzeitig das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente in den nächsten Jahren stetig sinkt”, konstatiert Dahmen. Auch der Risikoausgleich durch Abschluss unterschiedlicher Vorsorgeformen werde durch dieses Verhalten unterminiert.

Exakt jeder dritte im Ruhestand lebende Deutsche gibt ausdrücklich zu, dass er sich rückblickend zu stark auf die gesetzliche Rente bei der Planung verlassen hat. In Sachsen-Anhalt und Sachsen sagt dies fast jeder zweite Ruheständler. Dagegen ist es in Rheinland-Pfalz nur etwa jeder siebte Ruheständler, in Bremen und Schleswig-Holstein nur jeder vierte. (vwh/mst)

Bild: Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands der Axa Konzern AG und der AXA Lebensversicherung AG (Quelle: Axa)

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