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Niedriger Ölpreis, größeres Risiko für Lieferketten

11.05.2016 – Oelplattform_Cosl_Pioneer_Norwegen_Katharina Wieland Mueller_pixelio.deWie anfällig ist ein Land für Lieferkettenunterbrechungen? Dieser Frage geht der Resilience Index von FM Global nach. Das geringste Risiko einer Lieferkettenunterbrechung weist demnach die Schweiz auf. Deutschland belegt einen guten vierten Platz. Ein großes Hemmnis für die geschäftliche Resilienz stellen das politische Risiko und die Terrorgefahr dar.

In der dritten Ausgabe des Resilience Index spiegelt sich vor allem der rückläufige Ölpreis in der Länderplatzierung wieder: Ölproduzent Norwegen wird von der Schweiz von der Spitzenposition verdrängt und fällt auf Platz zwei zurück. Das ölreiche Kuwait erlebt einen starken Abstieg von Platz 50 im letzten Jahr auf Platz 59 im aktuellen Ranking. In den “Top Ten” folgen auf die Schweiz und Norwegen in absteigender Folge Irland, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, die mittleren Staaten der USA, Kanada, Australien und Dänemark.

Frankreich (Platz 19) und das Vereinigte Königreich (Platz 20) halten ihre Platzierungen vom letzten Jahr. Deutschland belegt Platz vier im Ranking, mit 94,6 von insgesamt 100 Punkten. Dies bedeutet eine Verbesserung um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist unter anderem auf die gute Platzierung beim Faktor Lieferkette zurückzuführen: Hier erlangt Deutschland den vierten Rang hinter der Schweiz, Japan und den Niederlanden. Deutschland hat dies vor allem seiner guten Infrastruktur und der positiven Bewertung der Qualität seiner lokalen Zulieferer zu verdanken.

Ein großes Hemmnis für die geschäftliche Resilienz können das politische Risiko und die Terrorgefahr darstellen. Die Auswirkungen politischer Ereignisse auf das Ranking zeigen sich beispielsweise bei der Ukraine: Zum zweiten Mal in Folge ist die Republik unter den Ländern mit dem stärksten Abfall (von Platz 107 auf Platz 125), was auf die extremen Spannungen innerhalb des Landes und mit Russland (Platz 75) zurückzuführen ist.

Das Schlusslicht des Index von 2016 bildet zum zweiten Mal in Folge Venezuela. Venezuelas Platzierung am unteren Ende des Index ist den Elementarrisiken (Wind- und Erdbebengefahr), der Wahrnehmung eines Kontrollverlusts in Verbindung mit der Korruption und der schlechten Infrastruktur sowie der als schlecht wahrgenommenen Qualität lokaler Zulieferer geschuldet. (vwh/jko)

Bild: Die norwegische Ölplattform Cosl Pioneer. Der niedrige Ölpreis lässt den letztjährigen Spitzenreiter im Resilience Index auf Platz zwei zurückfallen (Quelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de).

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