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Neue Lösungen für Deckungsnotstand in der Krankenhaushaftpflicht

13.12.2013 – Versicherer, Makler, Juristen und Düsseldorfer Krankenhausträger diskutierten auf der Euroforum-Konferenz unter dem Thema „Eigentragungsmodelle für Krankenhäuser” über die zunehmende Haftpflichtdeckungs-Problematik der Spitäler. Während Versicherer ein besseres Risikomanagement bei den Trägern forderten, zeigten sich Makler und Versicherungsnehmer alarmiert über die drastische Prämiensteigerungen. Abhilfe könnte eine veränderte Funktionsweise der Versicherungspolicen schaffen.

Das bisherige Schadenereignisprinzip („loss occurrence“) sorgt bei den Versicherern für erhebliche Kopfschmerzen, da sie damit ein unkalkulierbares Spätschadenrisiko übernehmen. Von einigen Versicherern wird daher ein Wechsel zum Anspruchserhebungsprinzip gefordert. Dann trifft der Schaden das Versicherungsjahr, in dessen Verlauf er gemeldet wurde. Nach Ablauf der Police und einer eventuellen Nachmeldefrist kann der Versicherer seine Bücher schließen. „Claims-made“ – Deckung verhindert auch Unterversicherung bei weiter steigenden Kosten, Inflation und Anspruchsverhalten von Geschädigten, da sich die Versicherungssummen an den bei Anspruchserhebung üblichen Summen orientieren. An der langen Abwicklungsdauer ändert dieser Mechanismus aber nichts.

Herausforderung in der Branche ist nicht die Schadenfrequenz, sondern Großschäden. 10-15 Mio. Euro Deckungssumme pro Schadenfall gelten mittlerweile als Standard, womit sich einige Versicherer schon schwer tun. Je jünger der Patient, desto höher sind die potentiellen Forderungen, da sich Entschädigungen an der verbleibenden Lebenserwartung orientieren. Geburtshilfe ist daher besonders kritisch, wie auch die Debatte um Haftpflicht für freiberufliche Hebammen gezeigt hat.

Captives spielen in der Krankenhausbranche bisher keine Rolle – ganz anders als in den USA, die die Cayman Islands als Domizil für Hunderte von „Health Care Captives“ auserkoren haben. Eine Lösung für die spezifischen Deckungsprobleme der Branche könnten Captives und Selbstbehalte aber ohnehin nicht bieten. (wm)

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