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Naturkatastrophen kosten sieben Billionen Dollar

20.04.2016 – Daniell_KITDie Katastrophendatenbank von James Daniell vom Karlsruher Institut für Technologie bilanziert Naturkatastrophen seit 1900. Das Ergebnis: acht Millionen Tote und sieben Billionen Dollar Schaden. Für die Datenbank hat der Forscher bislang mehr als 35.000 Katastrophen weltweit ausgewertet. Demnach gehen ein Drittel des wirtschaftlichen Gesamtschadens zwischen 1900 und 2015 auf das Konto von Flutkatastrophen.

Erdbeben verursachen 26 Prozent der Schäden, Stürme 19 Prozent, Vulkanausbrüche machen lediglich ein Prozent aus. “In den vergangenen hundert Jahren haben die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen pro Jahr – absolut gesehen – zugenommen”, sagt Daniell, der am KIT sowohl am Geophysikalischen Institut als auch am Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology CEDIM forscht und John Monash Scholar ist. Während auf den gesamten Zeitraum gesehen Flutkatastrophen die größten Verursacher wirtschaftlicher Schäden sind, geht in der jüngeren Vergangenheit, seit 1960, mit 30 Prozent der größte Anteil auf Stürme (und Sturmfluten) zurück.

CATD-DAT-Auswertung

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Wirtschaftliche Schäden durch Naturkatastrophen seit 1900 (Quelle: CATDAT/ KIT)

In Relation zum jeweiligen Wert von Infrastruktur und Gebäuden in einem Land (Bruttoanlagevermögen) nehmen die Schäden allerdings ab. „Grundsätzlich sind weniger entwickelte Länder durch Katastrophen verwundbarer, das heißt – bezogen auf Bevölkerungszahl und Vermögen – sind mehr Tote und ein höherer wirtschaftlicher Schaden zu befürchten als in besser entwickelten Ländern“, erläutert der Geophysiker und Bauingenieur.

Im Hinblick auf den größten wirtschaftlichen Schaden belegt das Jahr 2011 mit schweren Erdbeben in Japan und Neuseeland den Spitzenplatz: “Mit 335 Milliarden Dollar Direktschäden ist das Tohoku-Erdbeben mit Tsunami und Nuklearunfall am 11. März 2011 bislang die teuerste Naturkatastrophe überhaupt”, sagt James Daniell. Bei dem Beben mit nachfolgendem Tsunami starben mehr als 18.500 Menschen, 450.000 wurden obdachlos. (vwh/ku)

Bild: Geophysiker James Daniell vom Karlsruher Institut für Technologie KIT. (Quelle: KIT)

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