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Muskel- und Skeletterkrankungen sind häufige Ursache für Arbeitsunfähigkeit

18.12.2013 – Akupunkturstellen am Menchen_ Harald Wanetschka_pixelio deWie gesund sind die Deutschen? Was plagt sie gesundheitlich? Und wie teuer kommen Krankheiten die Krankenkassen zu stehen? Der gestern in Berlin vorgestellte „Gesundheitsreport 2013“ des BKK Dachverbandes e.V. geht einigen Trends auf den Grund.

Seit gut fünf Jahren nehmen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in deutschen Unternehmen langsam, aber kontinuierlich zu. Während sich die Krankschreibungen von einem zwischenzeitlichen Höchststand im Jahr 1990 bis zum Jahr 2006 auf knapp 13 Tage praktisch halbierten – als Ursache kommen hier hohe Arbeitslosigkeit und Angst vor Arbeitsplatzverlust in Betracht – geht es seitdem „bergauf“. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist der Krankenstand um gut ein Viertel von 3,62 Prozent (2007) auf 4,54 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Zumindest bezogen auf die 4,8 Millionen pflichtversicherten beschäftigten Mitglieder der Betriebskrankenkassen, deren Daten für den „Gesundheitsreport 2013“ ausgewertet wurden. Gut drei Tage blieben Versicherte entsprechend länger zu Hause als noch 2007, im Schnitt 16,6 Tage. Neben Infekten der Atemwege und psychischen Störungen (Anteil jeweils 13,9 Prozent an allen Erkrankungen) spielen bei Menschen in Arbeit mit sehr großem Abstand Probleme mit dem Muskel- und Skelettsystem (26,4 Prozent) die wichtigste Rolle.

Bezogen auf alle Arbeitsunfähigkeits-Tage bedeutet das, dass ein gutes Viertel (26,5 Prozent) davon mit Muskel- und Skelettbeschwerden zusammen hängen, vor allem mit Schmerzen im Rücken und in der Wirbelsäule, wobei Frauen zu 46,9 Prozent und Männer zu 48,7 Prozent davon betroffen sind. Und das, obwohl körperliche Belastungen stetig abnehmen. Rückenschmerz bleibt das Volksleiden Nummer 1. Vor allem für Menschen, die in Postdiensten, in der Abfallentsorgung und der Metallbearbeitung tätig sind, während sitzende Tätigkeiten in dienstleistenden Unternehmen deutlich seltener betroffen sind. Während 95 Prozent der durch Rückenschmerz bedingten Ausfallzeiten akut sind und weniger als sechs Wochen dauern, verursachen nur 4,3 Prozent der chronischen Fälle fast 45 Prozent der Ausfallzeiten. Wobei ältere Arbeitnehmer häufiger betroffen sind als junge und Arbeitslose häufiger als Menschen in Arbeit. „Arbeitslose kurz vor dem Rentenalter sind den meisten gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt“, wie Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V. gestern bei der Vorstellung des Reports erklärte.

Genau hier setzen integrierte Behandlungskonzepte wie das des Rückenzentrums Berlin an, das von der BKK VBU seit zehn Jahren unterstützt wird, wie Vorstand Andrea Galle berichtete. Während vorher der Anteil der Krankengelder, die für Rückenbeschwerden ausgegeben wurde, bei 22 Prozent lag und im Schnitt fast zehn Wochen in Anspruch genommen wurde, werden durch den neuen Ansatz im Schnitt 3.200 Euro pro Patient und Jahr gespart, 3.000 Euro davon fürs Krankengeld. Damit können jährlich etwa 450.000 Euro gespart werden, bezogen auf die vergangenen zehn Jahre also rund 4,5 Millionen Euro. Kern der Therapie ist die intensive Zusammenarbeit unterschiedlicher Ärzte und Therapeuten, dank der Erkrankte wesentlich schneller an den Arbeitsplatz zurückkehren können als Menschen, die mit herkömmlichen Methoden behandelt werden. Schon seit 2010, erklärte Geschäftsführer Ulf Marnitz, sei das interdisziplinäre Konzept Bestandteil der Nationalen Versorgungsleitlinien Kreuzschmerz, werde aber nicht ausreichend konsequent angewendet.

Schmerztherapien werden von den Krankenkassen in unterschiedlichem Maße übernommen. Während etwa die Akupunktur von den gesetzlichen Kassen (GKV) für Schmerzen in Knie und Lendenwirbelsäule bezahlt wird und für den übrigen Bewegungsapparat zu den IGEL-Leistungen zählt, übernehmen private Versicherer (PKV) das Nadeln bei allen Schmerzzuständen – abhängig vom Tarif. Dagegen sind andere Therapieformen wie das Lasern und Kinesio-Tapes reine IGEL-Leistungen. Diese werden von der PKV in der Regel getragen. (epo)

Foto: Eine spezifische Akupunkturbehandlung kann Rückenschmerzen lindern (Quelle: Pixelio)

Link: DOSSIER

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