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Mittelstand schlecht gegen Blackouts gewappnet

27.06.2014 – strommast-140Die Sorge um die Anfälligkeit unserer Stromnetze hat in den letzten Jahren zugenommen. Worst-Case-Szenarien machen die Runde. Verheerende Stromausfälle, die alles lahmlegen: Kommunikation, Wirtschaft, Krankenhäuser. Könnte die Stromerzeugung zum Eigenbedarf die richtige Antwort sein auf die zunehmende Unzuverlässigkeit der Stromnetze – und gleichzeitig die CO2-Emissionen senken?

In Deutschland haben bereits 2004 Simulationen gezeigt, dass ein Blackout gravierende Folgen hat für die Bevölkerung, die Wirtschaft, für das ganze Land. Ein Regierungssprecher hat das im April 2014 noch einmal bestätigt und hinzugefügt, dass man nicht ausreichend darauf vorbereitet sei.

Weitere Simulationen haben mögliche Folgen gezeigt: Panik auf den Straßen, geschlossene Krankenhäuser, Epidemien, Todesfälle. Dazu der wirtschaftliche Schaden. Schon 2008 wurde der Ausfall an Wirtschaftsleistung nach einem 24-Stunden-Blackout auf 14 bis 30 Mrd. Euro geschätzt. Trotzdem sieht sich die Regierung nicht veranlasst, etwas zu unternehmen – Rekorddefizite und die sich laufend ändernde Energiepolitik schränken die Handlungsfähigkeit ein.

Also hat die Regierung die einzig mögliche Lösung vorgeschlagen. Bevölkerung und Unternehmen sollen sich selbst vorsorgen, Tipps dazu finden sich auf der Website des Katastrophenschutzes.

Tatsächlich haben mittlerweile einige Unternehmen eigene Generatoren installiert und rechnen damit, im Notfall für bis zu vier Wochen mit Notstrom versorgt zu sein – obwohl das in den seltensten Fällen jemals wirklich getestet werden kann. Der Mittelstand aber, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, kann es sich in der Regel gar nicht leisten, jene Generatoren aufzustellen, die nötig wären, um die Stromversorgung im Notfall über längere Zeiträume zu sichern.

Gibt es eine andere Lösung? Die Position der Regierung hat sich seit 2004 nicht verändert. Aber die erneuerbaren Energien haben sich seitdem enorm weiterentwickelt: Sie sind günstiger geworden und vielfältiger. Aber sind sie auch so verlässlich und wirtschaftlich, dass Unternehmen ihre Energieversorgung vollkommen neu organisieren können? Und ihren Strom selbst erzeugen, vor Ort, dort, wo er gebraucht wird, und sie sich so unabhängig machen vom öffentlichen Stromnetz?

Aus welcher Quelle auch immer sich die eigene Stromversorgung speist, sie erlaubt es Unternehmen und Verbrauchern, sich von der immer unkalkulierbareren öffentlichen Versorgung zu befreien und zudem die Emissionen zu senken. Der Mittelstand ist gut beraten, jetzt zu handeln, denn die Unsicherheiten werden mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft weiter zunehmen.

Ein Gastbeitrag von Roland Brandt, XL Group

Bild: Die Infrastruktur der Stromautobahnen in Deutschland stammt überwiegend aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. (Quelle: RWE)

Links: DOSSIER, Blackout-Szenario für Berlin Wie sich die Stadt gegen Stromausfall wappnet

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