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Mikroversicherer schrecken vor Äthiopien und Burundi zurück

26.05.2015 – Während Äthiopien im Vorfeld einen friedlichen Urnengang erwartet hatte, wurden angesichts wieder aufflammender Proteste der Regierungsgegner die Parlamentswahlen in Burundi auf Anfang Juni verschoben. Um die beiden infrastrukturell noch immer schlecht erschlossenen Agrarländer macht die Versicherungsbranche nach wie vor einen großen Bogen. Auch die Korruption, wenig entwickelte Justizsysteme und politische Unsicherheit sind entscheidende Risikofaktoren.

Wie in den meisten konfliktbeladenen Subsahara-Staaten finden in diesem Jahr auch in Burundi und Äthiopien Parlamentswahlen statt. Vom Kaffeeexport und der Landwirtschaft abhängig, sind beide Volkswirtschaften sehr klimaverletzlich und damit ideal für das Geschäftsmodell der Mikroversicherer, die sich auf Ernteausfälle spezialisiert haben.

Während dieses Produkt ein großes Potenzial auf dem afrikanischen Kontinent birgt, schrecken die politischen und ökonomischen Verhältnisse in Burundi und Äthiopien die meisten Versicherer noch ab (siehe DOSSIER). Die beiden für Ende Mai angesetzten Urnengänge werden daran nichts ändern. Das bestätigen auch die jüngsten Entwicklungen in Burundi, wo auf Druck der Opposition sowie der internationalen Gemeinschaft der Wahltermin auf Anfang Juni verschoben wurde. Damit will der umstrittene Präsident Pierre Nkurunziza die Proteste der Regierungsgegner beruhigen.

Obwohl nicht frei und fair, wird in Äthiopien zumindest eine friedliche Abstimmung erwartet. In den letzten Jahren ist das Land zudem durch zweistellige Wachstumsraten aufgefallen und weist mit 90 Millionen Einwohnern einen großen Inlandsmarkt auf. Als kleinstes und laut Human Development Index eines der ärmsten Länder Afrikas (Platz 180 von 187 Ländern, Stand 2014) übt Burundi dagegen keine Anziehungskraft für Investoren aus.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass Afrikas Volkswirtschaften in diesem Jahr um 4,5 und um fünf Prozent im Jahr 2016 werde. Sie nähern sich dem Niveau vor der globalen Finanzkrise 2007, so die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB). So lautet die Lehre aus Sicht des AfDB-Chefökonomen Steve Kayuzzi-Mugerwa: “Widerstandsfähigkeit angesichts der globalen Widrigkeiten. Und die Aussichten für das Jahr 2015 sind ziemlich gut”, sagte er über den African Economic Outlook zu Beginn des Jahrestreffens der Bank in Abidjan am morgigen Mittwoch.

Die Marktpotenziale für Versicherer sind dennoch groß, was vor allem auf die geringe Versicherungsdurchdringung von 3,65 Prozent (2012) beruht. So zahlte jeder Afrikaner umgerechnet durchschnittlich etwa 66,4 US-Dollar an Versicherungsprämien. Für die Versicherer ist die Herausforderung jedoch groß, “die lokalen Bedürfnisse zu erkennen und ihre Produkte entsprechend anzuassen”, meint Achim Klennert, Chef der Hannover Reinsurance Group Africa. (vwh/dg)

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