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Mikropolicen: Nachhaltigeres Geschäftsmodell gefordert

21.03.2014 – McCord_MicroinsuranceCenterDer Zielkonflikt „Client Value“ und „Business Case“ bei der Mikroversicherung war Thema einer Veranstaltung des Microinsurance Network und der Luxemburgischen Versicherervereinigung ACA. Fazit: Die Zeit ist reif für die Fortentwicklung der Mikroversicherung vom Modell 1.0 zum Modell 2.0.

Die wichtigsten Risiken möglicher „Shockevents“ für das Haushaltsbudget sind Krankheiten und Todesfälle. Prekäre Haushalte verfügen über eine Reihe von Schadenfinanzierungselementen: Entsparen, Borgen von Verwandten oder Nachbarn, externer Kleinkredit sowie Veräußerung von Vermögensgegenständen, etwa einer Kuh, die meist in der Not zu weit weniger als dem Marktpreis verkauft wird. Insbesondere im letzten Fall erleide der Haushalt eine nachhaltige Vermögensschädigung.

Die Folgen solcher bislang gebräuchlicher ereignisgetriebener Finanzierungen lassen sich durch Versicherung umgehen. Dies realisierten auch am Rande des Existenzminimums lebende Haushalte. Wichtig sei aber ihr Glaube an die Solvabilität und Zahlungswilligkeit der Mikro-Assekuranz. Nach wie vor ungelöst sei indes, wie die im Alter wesentlich höheren Krankheitskosten finanziert werden sollten. Möglicherweise bedürfe es der Einführung von Altersrückstellungen oder eines hybriden Ansatzes privaten Ansparens/Entsparens plus Überwälzen von außergewöhnlichen Kosten.

Aus der Perspektive der diese Nutzenverbesserung herbeiführenden Versicherer forderte Michael J. McCord, Präsident und Gründer des Microinsurance Centre, die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Man könne sich nicht dauerhaft darauf verlassen, dass externe Spender derartige Modelle langfristig subventionieren werden wie dies insbesondere auch bei Naturkatastrophendeckungen der Fall sei, so McCord.

Angesichts der extrem hohen Distributionskosten für Mikropolicen komme es entscheidend auf optimierte Betriebsabläufe und möglichst hohe Nutzerzahlen an. Letztere seien insbesondere durch Zwangsmitgliedschaften zu erreichen.

Insgesamt sei die Zeit reif die Mikroversicherung vom Modell 1.0 zum Modell 2.0 fortzuentwickeln, so das Fazit. Dies bedeute eine wesentlich professionellere Verwaltung und glaubwürdigere Versicherer, die nachhaltig eine akzeptable Eigenkapitalverzinsung erzielten und nicht auf externe Subventionierung angewiesen sind. Nach Erreichen des Stadiums 2.0 solle man zudem über einen neuen Namen für das Produkt nachdenken, etwa “Emerging Market Insurance Products”. (cpt)

Foto: Michael J. McCord, Präsident und Gründer des Microinsurance Centre (Quelle: Microinsurance Centre)

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