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Methodenkritik an Versicherungsvergleichen

06.11.2013 – goslar-institut-logo-15Ein Vergleich von Versicherungstarifen ist schwierig. Das stellt der Diplom-Wirtschaftsmathematiker Marco Morawetz, Leiter der Genre Consulting, anlässlich einer Untersuchung von Kfz-Vergleichsportalen im Auftrag des Goslar Instituts fest.

Aus methodischen Gründen stößt ein objektiver Vergleich von Versicherungslösungen an seine Grenzen. So heißt es in einer Pressemitteilung des Goslar-Instituts, weil Versicherungsprodukte von ihrer Struktur her nicht so simpel gestrickt sind, dass sie sich wie „Kugelschreiber oder Fernsehgeräte einfach vergleichen lassen”. Vielmehr müssten Versicherungen am Beispiel des Kfz-Bereichs auf den einzelnen Autofahrer und sein Fahrzeug zugeschnitten und berechnet werden um die passgenaue Offerte herauszufiltern. Morawetz erläuterte die methodische Schwierigkeit auf dem Goslar Diskurs. Weil jeder allein 50 Kriterien angeben müsse, damit ein Tarif für ihn berechnet werden kann, ergäbe sich allein für die deutschen Versicherungsnehmer eine unvorstellbare hohe Zahl an Kombinationen. „Dafür müssen rein rechnerisch weit mehr als 10 Trillionen Risiko-Kombinationen einbezogen werden, das ist eine Zahl mit 19 Nullen.”

Nach seinen Worten besitzt jeder Versicherungsnehmern eine eigenständige „Tarif-DNA”, die sich bei Vergleichen im Internet, aber auch in den Medien, nur schwer darstellen lässt. Stattdessen werde diese Komplexität – notgedrungen – vereinfacht und auf vier bis maximal zehn Musterkunden „eingedampft”. Solche willkürlichen Einzelvergleiche aufgrund einer einzigen oft willkürlich ausgewählten „Risiko-DNA” sind jedoch problematisch und leicht manipulierbar”, warnte Morawetz. Denn schon bei nur wenigen Veränderungen der Parameter ergäben sich gleich ganz andere Tarife für den einzelnen Kunden – mit meist auch neuen Angeboten von Versicherern.

Morawetz zeigte an ausgewählten Beispielen aus dem September 2013, dass auch die Zeitschrift „Finanztest” nicht in der Lage ist, einen fundierten Vergleich zu liefern. Einige hundert Euro Unterschied ergaben sich schon bei der Änderung einiger Merkmale, die im Vergleich nicht berücksichtigt sind. Das Goslar Institut als Studiengesellschaft für verbrauchergerechtes Versichern e.V. ist eine Initiative der HUK-Coburg. (vwh)

Link: Pressemitteilung des Goslar-Instituts:„Portale im Vergleich” – Check, check and doublecheck

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