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Mehr Risikobereitschaft bei Immobilieninvestments

08.06.2016 – Frankfurt_Dieter Schuetz_pixelio.deVersicherer investieren immer mehr in Immobilien. Die niedrigen Zinsen drängen sie in diese Asset-Klasse. “Versicherer kommen an Immobilieninvestments nicht mehr vorbei, wenn sie ihre Garantieversprechen erfüllen wollen”, stellt Dietmar Fischer, Immobilienökonom bei Ernst & Young, fest. Auf der Suche nach Rendite haben aber vor allem auch asiatische Staatsfonds europäische Immobilien für sich entdeckt. Versicherern wagen daher mehr Risiko.

In den Portfolien der Versicherer finden sich immer mehr Immobilien. Die durchschnittliche aufsichtsrechtliche Immobilienquote liegt 2016 bei 9,3 Prozent, wie Ernst&Young im aktuellen Trendbarometer feststellt. Im Vorjahr waren es noch 7,6 Prozent gewesen. “Diese signifikante Steigerung hat uns dann doch überrascht“, sagt Fischer. Sie zeige aber, dass die Versicherer an diesem Investment-Segment nicht mehr vorbei kommen. Der Trend dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen. “Nach derzeitiger Planung der Unternehmen wird die Immobilienquote zum Jahresende – gemessen an Marktwerten – auf durchschnittlich 9,8 Prozent der Kapitalanlagen wachsen”, berichtet Fischer. Damit würde bis Ende 2016 fast jeder zehnte Euro der Versicherer in Immobilien stecken.

Beliebtestes Investitionsobjekt sind hier die Büroimmobilien. Hier wollen 75 Prozent der Versicherer investieren. In den vergangenen Jahren waren noch die Einzelhandelsflächen das beliebteste Segment. Die erhofften Renditen hätten sich bei diesen Objekten – etwa Einkaufszentren – aber nicht immer eingestellt, weiß Fischer.

Die Versicherer versprechen sich von ihrem Immobilien-Engagement vor allem höhere Rendite, auch wenn die Erwartungen gerade bei indirekten Anlagen von 5,1 Prozent im Jahr 2015 auf 4,9 Prozent gesunken sind. Bei der Wahl der Risikokategorie ist aber ein neuer Trend zu beobachten: “Früher waren die Versicherer extrem risikoavers, das hat sich geändert”, so Experte Fischer. Grund hierfür sei der zunehmende Wettbewerb. Es befände sich viel ausländischen Kapital, vor allem aus Fernost, am Markt. Als Konsequenz investieren Versicherer jetzt auch vermehrt in risikobehaftete Projektentwicklungen (Opportunistic). Investierten hier im vergangenen Jahr gerade einmal 25 Prozent der befragten Versicherer, planen dieses Jahr 45 Prozent hier zu investieren. Auch im Segment Value Added, also in Objekte mit einigem Investitionsbedarf, dafür mit höheren Renditeaussichten, werden die Versicherer aktiver. 47 Prozent von ihnen planen hier Investitionen.

Zudem verfolge die Branche die sogenannte Abba-Strategie, erläutert Fischer. Das heißt, man investiert in A-Städten in B-Lagen und in B-Städten in A-Lagen. Gerade bei letzterem gebe es noch genügend Angebot. “Ich gehe daher davon aus, dass die Versicherer in der nächsten Zeit weiterhin nicht in C-Lagen investieren werden”, sagt Fischer. Unterm Strich könne man festhalten: Die Risikobereitschaft bei den Objekten nehme zu, bei der Lage aber nicht. (jko)

Bild: Frankfurter Bankenviertel – begehrtes Investitionsziel (Quelle: Dieter Schütz/pixelio.de)

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