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Mehr psychische Leiden verursachen längere Arbeitsausfälle

10.12.2014 – bkk_gesundheitsreport_verteilung der depressiven_2014_150Der BKK Gesundheitsreport diagnostiziert für das Jahr 2014 einen Anstieg der psychischen Leiden, die als Nebeneffekt längere Arbeitsunfähigkeitszeiten der Betroffenen verursachen. Dabei gibt es regional große Unterschiede. In dem Report “Gesundheit in Regionen” werden die Daten von 9,3 Millionen BKK Versicherten analysiert. Er bildet damit das Krankheitsgeschehen in deutschen Unternehmen repräsentativ ab.

Bei Betriebskrankenkassen pflichtversicherte Beschäftigte waren im vorigen Jahr im Durchschnitt 17,6 Tage krank geschrieben. Dies entspricht einem Krankenstand von 4,8 Prozent. Im Verlauf von nur sieben Jahren stiegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten um rund fünf Krankentage (12,4 Tage im Jahr 2006) an. Dies beruht vor allem auf der Zunahme langfristiger und chronischer Erkrankungen.

Baden-Württemberg liegt mit 15,4 Krankentagen je Pflichtmitglied rund zwei Tage unter dem Bundesschnitt (17,6 Tage). Die Brandenburger liegen mit knapp 22 Fehltagen drei Tage über dem Bundesdurchschnitt. In den alten Bundesländern hat lediglich das Saarland mit 21 Krankentagen je Pflichtmitglied ähnlich hohe Werte.

In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich die Dynamik der kontinuierlichen Steigerung bei psychischen Leiden: Als einzige Krankheitsart steigen hier in nur einer Generation die Fehlzeiten um das Fünffache: Von knapp einem halben Tag je Pflichtmitglied im Jahr 1976 auf 2,6 Fehltage im Jahr 2013.

Im Schnitt dauerte ein einzelner Arbeitsunfähigkeitsfall eines Beschäftigten 12,7 Tage (über alle Erkrankungsarten). Spitzenreiter bei der Falldauer sind psychische Diagnosen mit rund 38 Tagen je Fall.

Bundesweit erhielten rund 30 Prozent der BKK Versicherten die Diagnose eines psychischen Leidens. Knapp ein Drittel dieser Diagnosen lautet “depressive Episode”. Der Landkreis mit dem höchsten Anteil dieser Diagnosen weist fast dreimal so viele betroffene BKK Versicherte auf wie der Landkreis mit den niedrigsten Werten (15,6 Prozent versus 5,7 Prozent). Überdurchschnittliche Anteile an psychischen Diagnosen sind in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Teilen von Niedersachsen und Bayern zu erkennen. Eine ähnliche Schwankungsbreite zeigt sich auch bei den Arzneimittelverordnungen für Antidepressiva mit Anteilen zwischen 4,5 bis zu 10,2 Prozent. (vwh)

Bild: Verteilung der Depressiven in Deutschland: rot = überdurchschnittlich, grün = unterdurchschnittlich. (Quelle: BKK)

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