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Mangelnde Gesundheitskompetenz bei Patienten

17.05.2016 – Krankenversichertenkarte_Arztpraxis - Quelle DAK54 Prozent der Deutschen sind bei gesundheitsrelevanten Informationen überfordert. So können sie die Behandlungsoptionen der Ärzte nicht ausreichend beurteilen. Ebenso wenig können die Deutschen entscheiden, wann eine Zweitmeinung sinnvoll wäre, an wen sie sich mit Gesundheitsproblemen wenden können, wie sich Erkrankungen vermeiden lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld.

Demnach sind 44 Prozent der Bürger bei Gesundheitsthemen nur eine eingeschränkte Kompetenz, zehn Prozent bezeichneten sich als unzureichend kompetent, so die Studie weiter. Damit liege Deutschland nicht nur unter europäischen Durchschnitt. Die Bundesrepublik falle im Vergleich zu anderen Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark weiter zurück. Besonders Menschen mit geringer Bildung, niedrigem Sozialstatus, Migrationshintergrund und höherem Alter haben laut Studie entsprechende Probleme.

Der “mündige Patient ist sehr oft nur eine Floskel”, kommentiert Studienautorin Doris Schaeffer das Studienergebnis. Zwar sei “in den vergangenen Jahren einiges angestoßen, um die Gesundheitsinformationen der Bevölkerung zu verbessern. Aber die Ergebnisse zeigen, dass das längst nicht ausreicht. Wir müssen neu über die Art, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen nachdenken”, betont Schaeffer.

“Nötig sind unabhängige, wissenschaftlich belegte und leicht verständliche Gesundheitsinformationen. Gerade das Arzt-Patienten-Gespräch ist entscheidend, um Patienten die Diagnose und Behandlung verständlich zu erklären. Denn je mehr Patientinnen und Patienten über Vorsorge, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten wissen, desto besser können sie Krankheiten vorbeugen und informierte Entscheidungen treffen, die Therapie und Heilung unterstützen”, kommentierte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Studienergebnisse.

So brauche man “jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung von Ärzten, Krankenkassen, Apotheken, Pflege-, Verbraucher- und Selbsthilfeverbänden und Behörden, um das Gesundheitswissen in ganz Deutschland zu verbessern. Dazu müssen alle Verantwortlichen im Gesundheitswesen an einen Tisch”, ergänzt Gröhe. (vwh/td)

Bildquelle: DAK

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