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LVRG: Nachhaltige Stärkung kollektiver Systeme

04.11.2014 – Wimmer_AllianzGastbeitrag von Andreas Wimmer, Leiter Sondervertrieb bei der Allianz Lebensversicherungs AG.

Das LVRG wird zu Unrecht von Verbraucherschützern häufig kritisiert. Es stärkt die Lebensversicherung und erhöht ihre Attraktivität für Kunden. Das LVRG stellt bei niedrigen Zinsen die faire Verteilung von Überschüssen zwischen den Kunden sicher und verbessert die Vergleichbarkeit.

Es stabilisiert zudem die Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer, so dass sich die Kunden langfristig auf ihre private und betriebliche Altersversorgung verlassen können. Mit der neuen Regelung werden die Beteiligung an den Bewertungsreserven aus festverzinslichen Wertpapieren und die vertraglichen Verpflichtungen besser in Einklang gebracht. Dadurch wird verhindert, dass Mittel abfließen, die gerade in Zeiten niedriger Zinsen als Puffer benötigt werden, um bei einem weiterhin hohen Sicherheitsniveau der Kapitalanlage auch attraktive Renditen erzielen zu können. Von der Neuregelung profitieren in der betrieblichen Altersversorgung Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen: Die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der betrieblichen Altersversorgung erhöht sich.

Darüber hinaus sieht das LVRG eine höhere Mindestbeteiligung der Kunden an den Risikoüberschüssen vor: künftig erhöht sich ihr Anteil auf mindestens 90 Prozent (bisher 75 Prozent). Unmittelbare Auswirkungen auf Einzelverträge und deren Überschussbeteiligung sind dadurch jedoch nicht zu erwarten: Kunden profitieren bereits heute vom intensiven Wettbewerb unter den Versicherern und werden in einem Umfang an den Gesamterträgen beteiligt, der deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegt. Bei einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und entsprechenden Eigenmittel-Anforderungen wird dies dazu führen, dass die nachhaltige Finanzstärke der Versicherer noch bedeutender wird.

Der niedrige Garantiezins ab Januar 2015 wird den Trend hin zu modernen Vorsorgekonzepten mit modifizierten Garantien und höheren Renditechancen weiter verstärken. Solche Vorsorgekonzepte sind übrigens auch bestens für die betriebliche Altersversorgung geeignet.

Einige Marktteilnehmer wie Allianz Leben weisen eine ab Januar 2015 gesetzlich vorgeschriebene Gesamtkostenquote bereits seit 2011 freiwillig im Angebot aus. Mit dem LVRG wird dies nun marktweit verpflichtend umgesetzt; das führt zu einer besseren Vergleichbarkeit der Verträge. Schließlich wird der sogenannte Höchstzillmersatz von 40 Promille auf 25 Promille gesenkt; er hat in vielen Bereichen Auswirkungen auf die Kostenkalkulation und die Rückkaufswerte. Auf mittlere Sicht wird dies auch zu Veränderungen bei der Struktur der Vertriebsvergütungen führen.

Auch wenn das LVRG einen erheblichen Anpassungsbedarf auslöst und einzelne Maßnahmen wie die Neuregelung der Mindestbeteiligung an den Risikoüberschüssen ambivalent zu beurteilen sind: in Summe stärkt das LVRG das kollektive System der Lebensversicherung nachhaltig. Vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung versicherungsförmiger Durchführungswege in der betrieblichen Altersversorgung – seit 2001 wurden hier zirka 7 Mio. Verträge vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen aufgebaut – ist dies auch eine gute Nachricht für die Betriebsrenten.

Foto: Andreas Wimmer, Leiter Sondervertrieb bei der Allianz Lebensversicherungs AG, spricht heute auf der Aba-Herbsttagung (PDF) zu den Auswirkungen des LVRG auf private wie betriebliche Altersversorgung. (Quelle: Allianz)

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