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Lloyd’s für pessimistisch gefärbte Risikomodelle

12.05.2014 – lloyds-houseIn einer aktuellen Studie „Catastrophe Modelling and Climate Change” untersucht Lloyd’s einen versicherungstechnischen Trend als Konsequenz des Klimawandels. Lloyd’s folgt dabei der Einschätzung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hinsichtlich der globalen Erwähnung, wonach es zu folgenden Ereignisse käme:

  • Anstieg der CO2-Emissionen, die bislang zu drei Vierteln noch von den Ozeanen absorbiert werden
  • Zwischen 1901 und 2010 registriertem Ansteigen der Weltmeere um 19 cm (wozu bis 2080 noch weitere 36 cm kommen könnten)
  • Abschmelzen der Eisschichten über Grönland und der Antarktis

Hieraus ergebe sich eine weiterhin steigende Frequenz von „extreme weather events“ in einzelnen Regionen, insbesondere extremen Regenfällen und Überschwemmungen, möglicherweise auch Hagel. Atlantische Zyklone träten nun auch wesentlich nördlicher auf als bislang. Angesichts des nicht mehr infrage zu stellenden Trends der Klimaveränderung genüge es nicht mehr von einer sich im Rahmen historischer Beobachtungen haltenden Prognose  künftiger Schadenszenarien zu halten, vielmehr bedürfe nun die historische Erfahrung eines extrapolierenden Trendzuschlags.

Modellierungsansätze habe es bereits seit den späten 1980ern gegeben, insbesondere von AIR, Eqecat und RMS. Diese basierten auf historischen Schadenerfahrungen. Hurricane Andrew 1992 (15,5 Mrd. US-Dollar Marktschaden).  Seit dem 2001er WTC-Ereignis habe man gar versucht  Terrorismus Exposures zu modellieren. Die für Underwriting und Solvabilitätsüberlegungen verwendeten Modelle müssten nicht nur Klimatrends sondern auch migrationsbedingte neue Risikokumule berücksichtigen. Die Lloyd’s-Broschüre enthält zusätzlich Beiträge von Modellierungsagenturen bzw. Klimaforschern betreffend europäische Stürme und britische Überschwemmungen. Eqecat prognostiziert frequentere und weiter nördlich und östlich wütende (mehr Exposure für D und F) katastrophale Stürme.  Bis 2035 werde sich die Zahl der flutexponierten britischen Sachrisiken dank dem Klimatrend verdoppeln.

Glücklicherweise müssen (Rück-)Versicherer lediglich das künftige Exposure während der anstehenden nächsten Vertragsperiode einschätzen (i.d.R ein Jahr, im Fall von Engineering-Projektpolicen auch bis zu fünf). Wesentlich kritischer ist die Lage staatlicher Behörden, die über Infrastrukturmaßnahmen mit einem zeitlichen Horizont von 50 Jahren befinden müssen, etwa was Deichbauten oder Strassenkanalisierungen betrifft. (cpt)

Bild: Lloyd´s of London sieht Wolken am Horizont. (Quelle: vwh)

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