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Lebensversicherungs-Zweitmarkt ist weiterhin gelähmt

04.04.2014 – bvzAm deutschen Lebensversicherungs-Zweitmarkt herrscht weiter Stillstand. Mit einem Policen-Ankaufsvolumen von rund 200 Mio. Euro im Jahre 2013 blieb das Niveau nunmehr im dritten Jahr weitgehend unverändert, meldete der Bundesverband Vermögensanlagen in Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) e.V. in München bei seiner Jahrespressekonferenz. Stagnation und wenig Aussicht auf eine Belebung prägt jedoch mehr oder weniger ebenso die anderen Märkte, auf denen die 30 Verbandsmitglieder aktiv sind, also Großbritannien und die USA.

Dass sich Ingo Wichelhaus, der für das nationale Geschäft zuständige BVZL-Vorstand, mit dem Berichtsjahr dennoch „einigermaßen zufrieden“ zeigte, liegt an den unverändert schwierigen Rahmenbedingungen. Dazu zählte er die andauernde Niedrigzins-Situation ebenso wie die nach wie vor offene Frage der gesetzlichen Neuregelung von Bewertungsreserven bei der vorzeitigen Beendigung von Lebensversicherungspolicen. Letztere erschwert den Policen-Händlern die Kalkulation eines fairen Preisangebots für den Vertragsankauf drastisch. Den mittlerweile sehr engen Schulterschluss mit der Lebensversicherungs-Branche demonstrierte Wichelhaus außerdem erneut bei der nach seiner Einschätzung oft „unsachlich geführte Diskussion über die weitere Zukunft und die eigentliche Werthaltigkeit des Assets Lebensversicherung“ und mit dem wiederholten Hinweis auf die hohe Finanzstärke der meisten Lebensversicherer.

Nicht gerade förderlich seien für die erst 1999 entstandene und daher noch immer sehr junge  Branche allerdings einige Skandale um Investment-Gesellschaften gewesen, die sich teilweise auf dem Lebensversicherungs-Zweitmarkt tummelten. Von denen habe sich der BVZL jedoch klar distanziert und sogar frühzeitig davor gewarnt, betonte Wichelhaus. Ein sehr zentrales Anliegen ist ihm daher unverändert der Nachweis des ökonomischen Nutzens sowohl für die Lebensversicherer wie deren Kunden, die sich von ihren Policen trennen wollen oder müssen, und der Seriosität des Geschäftsmodells. Entsprechend stolz verwies Wichelhaus darauf, dass die vom BVZL aufgestellten Qualitätskriterien für den Verkauf deutscher Kapitallebensversicherungs-Policen inzwischen sogar von den Vereinten Nationen als Musterbeispiel für die Entwicklung ethischer Richtlinien aufgegriffen wurden.

Ein paar Wünsche an die Lebensversicherer und die Politik formulierte er allerdings ebenfalls. Dazu zählt mehr Transparenz bei den aktuellen Wertemitteilungen von Policen. Nach wie vor sei in vielen Fällen zu beobachten, dass notwendige Informationen von den Unternehmen nur zum Teil ausgewiesen und selbst auf Anfrage hin nicht mitgeteilt würden. Sowohl an die Versicherer wie die Politik richtete er zudem erneut den schon lange gehegten Wunsch nach einer Hinweispflicht, durch die kündigungswillige Policeninhaber immer auf die Alternative zum Storno hingewiesen werden.  Schließlich forderte Wichelhaus nicht zuletzt unter Verbraucherschutz-Aspekten den Gesetzgeber auf, regulatorische Hindernisse abzubauen, die Investitionen in deutsche Lebensversicherung behindern.

Dies aber auch, weil der Lebensversicherungs-Zweitmarkt für die zinsbedingt massiv unter einem Anlage-Notstand leidenden Investoren –  einschließlich Banken und sogar den Versicherern selbst – derzeit unter anderem ein hoch attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis biete sowie  Inflationsschutz. An mangelnder Liquidität bei den BVZL-Mitgliedern würde eine rasche und deutliche Wiederbelebung des Zweitmarktes daher nicht scheitern, machte er deutlich. (rem)

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