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Lebensversicherer stehen vor schweren Zeiten

22.02.2016 – Grund_PrivatDer Versicherungschef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin), Frank Grund, warnt die deutschen Lebensversicherer vor schweren Zeiten. “In diesem Jahr wird die Zinszusatzreserve sicherlich nicht sinken”, prophezeit er gegenüber dem Handelsblatt. Vielmehr rechne er noch mit einem “signifikanten” Anstieg in den kommenden Jahren.

“2018 und 2019 kommt dann noch ein zusätzlicher Schub dazu”, ergänzt Grund. Daher müssten sich die Versicherer auf eine lange Niedrigzinsphase einstellen, ergänzt der Versicherungschef der Bafin. Denn “alles andere wäre fahrlässig”.

Zudem haben die deutschen Lebensversicherer allein 2015 rund zehn Mrd. Euro zurückgestellt, um ihre Zinsversprechen auch weiterhin erfüllen zu können. Allerdings bringe sie einige Versicherer allmählich an ihre Grenzen, räumt Grund gegenüber dem Handelsblatt ein.

“Als Medizin ist sie auch völlig richtig”, betont der Bafin-Versicherungschef. Allerdings werde sie “zunehmend anspruchsvoll” für die Versicherer. “Bei ihrer Einführung hätte niemand mit einer so langen Niedrigzinsphase gerechnet. Wir halten die Belastung noch für vertretbar, sehen uns das aber genau an”, sagt Grund laut Zeitung.

Dennoch verleiten die niedrigen Zinsen die deutschen Versicherer auch nicht gerade zu mehr Risiko: “Wir können aus unseren Daten in Deutschland nicht feststellen, dass es eine Jagd nach Rendite gibt”, sagte Grund gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Vielmehr versuchten sie die Laufzeit ihrer Kapitalanlagen immer weiter zu verlängern. Auch die Aktienquote sei kaum gestiegen: “Im europäischen Ausland ist das anders”, ergänzt Grund.

Zudem sieht der Bafin-Versicherungschef laut Reuters die Investitionen der Versicherer in Infrastruktur-Projekte oder Beteiligungsfonds (PrivateEquity) kritisch: “Die Bafin sieht Infrastruktur-Investments etwas kritischer. Das Risiko, das die Langlebigkeit mit sich bringt, ist nicht zu unterschätzen. Diese Risiken einzuschätzen, erfordert einen hohen Aufwand”, warnt Grund. (vwh/td)

Bild: Frank Grund, Versicherungschef der Bafin (Quelle: privat)

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