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Lateinamerika leidet unter der China-Grippe

09.03.2016 – Infographic-country-risk-map.pdfDas langsamere Wirtschaftswachstum in China wirkt sich nicht nur auf die asiatischen Nachbarstaaten aus. Vor allem die lateinamerikanischen Staaten leiden derzeit unter der China-Grippe, konstatiert Euler Hermes. So geht der Kreditversicherer in diesem Jahr von einem Anstieg der Pleiten um 20 Prozent im Reich der Mitte aus – mit unmittelbaren Folgen auch für Lateinamerika.

Besonders hart sind die Folgen in der direkten Lieferkette der chinesischen Produktionsfirmen zu spüren, stellt Euler Hermes fest. Zwar greife der China-Virus vor allem in der näheren Umgebung um sich, beispielsweise in Hongkong, Singapur oder Taiwan – aber auch in Südkorea. Gerade aber Lateinamerika – vor allem Brasilien, Argentinien, Venezuela, Ecuador und teilweise auch Chile – machen die chinesischen Wirtschaftsturbulenzen zu schaffen.

“Der Sprung der ‘China-Grippe’ über den Pazifik erscheint auf den ersten Blick erstaunlich, tatsächlich ist China aber einer der größten Handelspartner der lateinamerikanischen Staaten”, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. “Allein in den letzten 15 Jahren hat sich der Handel zwischen lateinamerikanischen Staaten und China verzwanzigfacht. Zudem plant China, die aktuellen Zahlen zu verdoppeln und beim bilateralen Handel 2019 einen Wert von rund 500.000 Mio. US-Dollar zu erreichen”, prognostiziert Subran.

Dabei gilt China mittlerweile als wichtiger Investor und Geldgeber verschiedener lateinamerikanischer Staaten. Laut dem Kreditversicherer zielen etwa 90 Prozent aller chinesischen Investitionen auf die primäre Industrie sowie auf Infrastruktur- und Logistikprojekte ab. Dazu zählt auch eine Eisenbahnstrecke quer über den südamerikanischen Halbkontinent, der die Küsten Brasiliens und Perus miteinander verbinden soll. Das Ziel: Agrar-, Bergbau- und Energieprodukte schnell und einfach im Landesinnern zu transportieren und anschließend nach China zu verschiffen.

Für Brasilien ist China zudem der wichtigste Handelspartner. Allein 20 Prozent der brasilianischen Exporte gehen nach China. Gleichzeitig kommen 17 Prozent aller Importe aus dem Reich der Mitte. Wird das Wirtschaftswachstum in China langsamer, wirkt sich dies laut Kreditversicherer auch auf die Samba-Nation aus. Gleichzeitig gilt China auch als wichtiger Geldgeber für Argentinien, Ecuador und Venezuela, die an den weltweiten Finanzmärkten kaum Kredite erhalten. Noch abhängiger sind Chile und Peru, die jeweils rund 25 Prozent ihrer Waren nach China exportieren. In Venezuela liegt die Exportquote bei 22 Prozent.

“Viele der brasilianischen Probleme sind aber auch hausgemacht”, sagte Subran: “Brasilien steckt in einer Rezession und das wird auch 2016 so bleiben. Hier kommen derzeit also interne politische Probleme mit der Weltwirtschaftslage und einem verlangsamten Wachstum in China zusammen. Dies zeigt sich auch bei der Entwicklung der Pleiten: 2015 sind diese – wie in China – bereits um ein Viertel angestiegen und auch 2016 ähneln sich die Fallzahlen in China mit plus 20 Prozent und Brasilien mit plus 18 Prozent frappierend”, erläutert der Chefvolkswirt des Kreditversicherers. (vwh/td)

Bildquelle: Euler Hermes

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