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Landwirtschaft zwischen Krise und Klimawandel

15.01.2016 – Agrar_Rainer Sturm_pixelioAbsolute Ruhe, zufrieden grunzende Schweine und sich wiegende Ähren im Wind. Dieses Idealbild der deutschen Agrarwirtschaft ist heute so aktuell wie vor hundert Jahren. Doch Idylle scheint trügerisch: Allein im zurückliegenden Jahr sind die landwirtschaftlichen Einkommen laut Deutschem Bauernverband (DBV) um 35 Prozent gesunken. Auch für 2016 rechnet der Verband mit einem weiteren Rückgang.

Der ökonomische Druck habe den Strukturwandel verstärkt, betont Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), anlässlich der heute beginnenden Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin. Dabei sei allein die Zahl der Milchvieh und Schweine haltenden Betriebe binnen eines Jahres um vier Prozent zurückgegangen, so der Bauernverband.

Dabei leide die Investitionstätigkeit der Bauern massiv unter der aktuellen Wirtschaftslage, klagt der DBV. Demnach sei das Investitionsvolumen für die nächsten sechs Monate nur halb so groß wie vor zwei Monaten. Die schlechte wirtschaftliche Lage spiegelt sich demnach auch im Indexwert des aktuellen DBV-Konjunkturbarometers Agrar wider: Dieser hat laut DBV im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren einen Tiefpunkt erreicht. “Die Stimmung unter den Landwirten ist auf einem ähnlichen Niveau wie zur landwirtschaftlichen Krise 2008/09″, konstatiert Rukwied.

Dass Risiken jedoch ein ständiger Begleiter der Landwirte sind, ist seit jeher kein Geheimnis: So gehören Wetter, Pflanzenkrankheiten, Tierseuchen oder der Ausfall von Arbeitskräften zum bäuerlichen Alltag. Hinzu kommen heute aber auch Risiken wie Preisschwankungen auf Absatz- und Beschaffungsmärkte, politische Risiken oder Haftpflichtrisiken bei Umwelt- und Nahrungsmittelsicherheit.

Auch die zunehmenden Wetterextreme und die steigende Preisvolatilität landwirtschaftlicher Produkte rund um den Globus stellen neue Herausforderungen für die Landwirtschaft und auch für die Agrarversicherer dar. Dabei sei “weltweit gesehen ein Trend zu beobachten von der ursprünglichen reinen Hagelversicherung in der Landwirtschaft hin zur umfassenden Ernteversicherung”, betont Rainer Langner, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Hagel gegenüber VWheute. “Eine umfassende auf Private Public Partnership (PPP) basierende Risikominimierung zur Abfederung von Ertrags- und Einkommensschwankungen wird daher in den nächsten Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen”, prognostiziert der Konzernchef (siehe DOSSIER). (vwh/td)

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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Ausführliches Interview: Ein weites Feld. Die Struktur in der Landwirtschaft verändert sich immer schnelle. Dazu kommt der Klimawandel. Das bringt neue Risiken und fordert die Versicherer, in VW 02/14 (zum Einzelbeitrag)

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