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Kunstpolicen: Schadenquoten schwanken stark

06.02.2014 – SothebysDas Auktionshaus Sotheby’s bot am gestrigen Abend eins der bedeutendsten impressionistischen Gemälde zum Verkauf an: Camille Pissaros “Boulevard Montmartre, matinée de printemps” aus dem Jahr 1897. Es sind Werke mit Werten in Millionenhöhe, die bei solchen Auktionen den Besitzer wechseln. Der Kunstmarkt verlangt daher nach einem spezialisierten Versicherungsschutz.

In der Kunstversicherung, einem Derivat der Transportbranche, ist die Allgefahrendeckung üblich. Gedeckt werden also Diebstahl, Beschädigung sowie die Folgen von Naturgefahren. Zielgruppen der Kunstversicherer sind Privatsammler, Galeristen und Museen sowie Stiftungen. Insbesondere Großausstellungen stellen besonders hohe Sicherheitsanforderungen an Transport und Unterbringung, was sich in hohen Versicherungsprämien niederschlägt. Gelegentlich wird versucht, den Eigentümern der Exponate statt einer Versicherungsdeckung eine staatliche Garantie zu bieten. Doch gilt dies angesichts des bürokratischen Verhaltens staatlicher Stellen im Schadenfall nicht als Äquivalent.

Marktführer unter den Kunstversicherern ist derzeit Axa Art, die bei einer Reihe von internationalen Kunstmessen zu den (Haupt-)Sponsoren gehört, insbesondere bei der Tefaf in Maastricht und der Art Basel. Erhebliche Kapazität und Know-how stellen des Weiteren auch diverse Lloyd’s Syndikate (insbesondere Hiscox und Catlin), Nationale Suisse, Mannheimer, Allianz, Ace und Chubb. Die Marktprämie dürfte weltweit bei knapp einer Mrd. Euro liegen, jedoch ist der Begriff der Kunstversicherung ein wenig unscharf. Bisweilen fallen auch noch Wein- oder Oldtimersammlungen mit darunter.

Die Schadenquoten schwanken von Jahr zu Jahr stark – je nach Eintreten von Großschäden (z. B. Diebstähle oder Naturkatastrophen wie Hurrikan Sandy 2012 in New York). Derzeit liegen sie bei ca. 50 Prozent. Makler- und Vertriebsprovisionen fressen einen Gutteil der Prämie auf. Außerdem müssen Kunstversicherer hinsichtlich ihrer Exposures in erheblichem Umfang Rückversicherungsschutz einkaufen. Derzeit sind sie dabei, den 300 Mio. US-Dollar Marktschaden aus Superstorm Sandy zurückzuverdienen.

In Ermangelung aussagekräftiger Statistiken drückt sich die Branche noch davor, Eigentümer bzw. Erwerber von Werken auch hinsichtlich von Fälschungen bzw. Falschzuschreibungen zu decken und Risiken zu übernehmen, die sich aus zweifelhafter Provenienz ergeben. Eine Änderung dieser bislang restriktiven Marktgepflogenheit scheint sich aber durch den Marktzutritt von Aris Title Insurance anzubahnen. (cpt)

Link: Screenshot der Sotheby´s Website mit dem Highlight-Lot Pissarros Montmarte/Paris

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