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Kunst-Cluster in Hochsicherheitszone

22.09.2014 – Luxembourg_cptVon VWheute-Korrespondent Philipp Thomas.

Das 22.000 Quadratmeter große Kunstlager am luxemburgischen Flughafen Findel ist eröffnet. 55 Mio. Euro hat der Bau gekostet. Initiator und Betreiber ist das Genfer Transport- und Lagerunternehmen Natural Lecoultre. Synergien sucht man auch mit Galerien, Museen und Kunstmessen. Experten, Restauratoren, Financiers, Versicherer, Rechtsberater etc. sollen sich um das Zentrum gruppieren.

Gedacht ist auch an temporäre Ausstellungen von eingelagerten Gegenständen. Im Lager können gigantische moderne Kunstwerke von bis zu 5×5 Meter Größe eingelagert werden. Die Kapazität für edle Weine liegt bei bis zu einer Million Flaschen. Das Gebäude wird künftig auch das Gold der Luxemburgischen Zentralbank beherbergen. Über 60 Prozent sind bereits vermietet. Der Versicherungskumul wird in die Milliarden gehen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte veranstaltete aus diesem Anlass ihr siebtes Art&Finance Event. In der Eröffnungsrede sprach der neue Finanzminister Pierre Gramegna von Synergien mit dem Luftfrachtunternehmen Cargolux, mit Privatbanken und Investmentfonds.

Luxemburg scheint sich darüber hinaus auch zu bemühen, große Kunstversicherer für den Finanzplatz zu gewinnen. Aris Title Insurance, ein zur Argo Group gehörendes US-Unternehmen, will ab 2015 von Luxemburg aus Eigentümer und Käufer von Kunstwerken hinsichtlich fehlerhafter Rechtstitel versichern.

Über günstigere Raten vom Londoner Markt und eine damit einhergehende Verlagerung von Waren aus bestehenden, schlechter gesicherten Lagern wird bereits spekuliert. Dietrich von Frank, Leiter des Kunstgeschäfts bei der Nationale Suisse, sagte, das neue Lager weise einen höheren Standard auf als das bestehende in Genf.

Zielgruppe von Kunstverkäufen und damit auch von den Kunstlagern sind laut Boris Liedke von der Deutschen Bank Luxemourg weltweit rund 200.000 HNWI-Familien. Die Ultra-High Net Worth-Klientel verfügt über mehr als 30 Mio. US-Dollar an Nettovermögen und ist auf der Suche nach einem sogenannten „emotiven Investment“. Banken gäben ihre historische Funktion, Kunstwerke zu lagern, auf. An deren Stelle treten, auch aus Sicherheitsgründen, die Kunstlager.

Bildquelle: cpt

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